RBG-Zentralinstitut

Innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) ist die RBI das Zentralinstitut der Raiffeisen Landesbanken sowie sonstiger angeschlossener Kreditinstitute. In dieser Funktion nimmt sie im Wesentlichen den Liquiditätsausgleich für die angeschlossenen Kreditinstitute im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen vor und ist Mitglied des Bundes-IPS. Darüber hinaus arbeitet die RBI mit der RBG in ausgewählten Bereichen (z.B. Marketing) und Projekten (z.B. Digitale Regionalbank) zusammen.

 

Liquiditätsausgleich

Die RBI ist das Zentralinstitut der Raiffeisen Landesbanken. Gemeinsam mit den 434 selbstständigen Banken (per 31.12.2016) des Raiffeisensektors bilden sie den größten Liquiditätsverbund Österreichs. In diesem Liquiditätsverbund sind laut Bankwesengesetz (§ 27a) die Mitglieder verpflichtet bei ihrem jeweiligen Zentralinstitut eine Liquiditätsreserve zu halten. Die Liquiditätsreserve berechnet sich als zehn Prozent der Spareinlagen und 20 Prozent der sonstigen Euro-Einlagen, höchstens jedoch 14 Prozent der gesamten Euro-Einlagen.

Da der Raiffeisensektor dreistufig aufgebaut ist, findet der Liquiditätsausgleich auf zwei Ebenen statt:

  • im Verhältnis zwischen Raiffeisenbanken und Raiffeisenlandesbanken (Zentralinstitute der Raiffeisenbanken) sowie
  • im Verhältnis zwischen Raiffeisenlandesbanken und RBI (Zentralinstitut der Raiffeisenlandesbanken)

Das System des Liquiditätsausgleichs besteht aus zwei Komponenten: Einerseits stellen die dem Zentralinstitut angeschlossenen Banken ihre Liquidität dem Zentralinstitut zur Verfügung, andererseits erhalten die dem Zentralinstitut angeschlossenen Banken die ihrerseits benötigte Liquidität vom Zentralinstitut. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit des Liquiditätsverbunds sichergestellt und so die Finanzmarktstabilität in Österreich gesichert.

Neben der Rolle als Zentralinstitut bietet die RBI den Raiffeisen Landesbanken noch zahlreiche Dienstleistungen an. Unter anderem koordiniert die RBI die Einhaltung der Mindestreserve der RBG bei der Österreichischen Nationalbank (OeNB), indem sie die Zahlungsströme determiniert, bündelt und an die OeNB die weiterleitet. Als Service Provider des Raiffeisensektors/der RBG bietet die RBI unter anderem Unterstützung im Zahlungsverkehr.

Institutionelle Sicherungssysteme (IPS) – Bundes-IPS

In der RBG sind seit Ende 2014 von der Finanzmarktaufsicht genehmigte institutionelle Sicherungssysteme (IPS) etabliert. Dazu wurden vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarungen geschlossen, die die teilnehmenden Institute absichern und insbesondere bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellen. Basis für diese IPS ist die einheitliche und gemeinsame Risikobeobachtung gemäß Artikel 49 CRR (Capital Requirements Regulation). Entsprechend der Aufbauorganisation der RBG wurden
auch die IPS in zwei Stufen konzipiert (Bundes- bzw. Landes-IPS). Im Zuge der Zusammenführung von RZB und RBI wurde die RBI in ihrer Funktion als Zentralinstitut Mitglied im sogenannten Bundes-IPS, an dem neben den Raiffeisen-Landeszentralen die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, die Posojilnica Bank (ehemals ZVEZA Bank), die Raiffeisen Wohnbaubank sowie die Raiffeisen Bausparkasse teilnehmen. 

Das Bundes-IPS ist ein eigenes aufsichtsrechtliches Subjekt. Als Folge sind auch auf Ebene des Bundes-IPS die Eigenmittelbestimmungen der CRR einzuhalten. Basis für das Bundes-IPS ist die einheitliche und gemeinsame Risikobeobachtung im Rahmen des Früherkennungssystems der ÖRE (Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen). Das IPS ergänzt somit als weiterer Baustein die gegenseitige Unterstützung im Rahmen der RBG im Fall wirtschaftlicher Probleme eines Mitgliedsinstituts.

Marketing

Die RBI nimmt wesentliche Serviceaufgaben für eine effiziente Zusammenarbeit in der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) wahr:

RBI Group Marketing trägt die Verantwortung für die strategische Markenführung und Marketingaktivitäten der Raiffeisen Bankengruppe.

Strategisches Management der Marke "Raiffeisen"

  • Schaffung und Weiterentwicklung eines einheitlichen, für die gesamte Raiffeisen Bankengruppe verbindlichen Erscheinungsbilds (Corporate Design)
  • Planung, Entwicklung und Umsetzung aller strategischen Aufgaben zur Pflege und Führung der Marke "Raiffeisen" (Corporate Identity)

Geschäftsführung der Zentralen Raiffeisenwerbung (ZRW)

  • Erstellung eines Marketing-Masterplans für die Zielgruppen Privatkunden, Jugend sowie Firmenkunden und laufende Koordination mit den Spezialinstituten der RBG
  • Planung, Entwicklung und Umsetzung bundesweiter Imagekampagnen sowie Produkt-/Themen- und Zielgruppenkampagnen für die RBG
  • Sponsoring: Entwicklung und Umsetzung der bundesweiten Sponsoring-Strategie

Audit

Die RBI nimmt über den Bereich Group Internal Audit die Interne Revisionsverantwortung gemäß § 42 BWG als Innenrevision der RBI AG und als Konzernrevision der RBI-Gruppe wahr. Es werden laufende und umfassende Prüfungen hinsichtlich der Gesetzmäßigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und der Zweckmäßigkeit vorgenommen. Diese Prüfungen werden anhand eines jährlichen Prüfungsplans durchgeführt, der risikogewichtet erstellt wird. Group Internal Audit nimmt dafür eine Risikoanalyse der Prüffelder vor und erstellt darauf basierend den jährlichen Prüfplan. Neben diesen planmäßigen Prüfungen werden auch anlassbezogene Prüfungen durchgeführt. Für jede Prüfung wird ein schriftlicher Prüfbericht erstellt. Dieser enthält notwendige Maßnahmen und Handlungsanweisungen zur Verbesserung, deren Umsetzung durch Group Internal Audit im Rahmen des Follow-Up-Prozesses überwacht und an das Management berichtet wird.

Im Rahmen der Konzernrevision werden einerseits Prüfungen in den in- und ausländischen Töchtern durchgeführt und andererseits die lokalen Revisionseinheiten in den Töchtern fachlich gesteuert und unterstützt. Für diesen Zweck sind spezifische Berichtslinien sowie Prozesse und Tools konzernweit ausgerollt.

Group Internal Audit arbeitet nach nationalen und internationalen Standards für Interne Revision. Ein unabhängiges, externes Quality Assessment zeigte die generelle Übereinstimmung mit den internationalen Standards für Interne Revision des Institute of Internal Auditors. Unabhängig davon unterliegt die Arbeit des Bereichs regelmäßigen Evaluierungen der Aufsichtsbehörden sowie des Wirtschaftsprüfers.