Betriebsökologie

Wir bekennen uns zu Umwelt- und Klimaschutz mit dem Ziel, Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten. Daher wird laufend daran gearbeitet, die Nachhaltigkeitsstandards und die wichtigen ökologischen Steuerungsgrößen in den relevantesten Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Das Umweltmanagementsystem in Österreich orientiert sich an internationalen Standards (ISO14001). Hier geht es nicht um die bloße Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder Normen, sondern vielmehr um die Optimierung des Energie- und Ressourceneinsatzes, und damit um eine nachhaltige Ressourcennutzung. Auch die Netzwerkbanken sind sich ihrer umweltbezogenen Verantwortung bewusst und arbeiten daran, diese kontinuierlich zu verbessern.

Nachstehende Grafik zeigt die umweltrelevanten Bereiche der RZB-Gruppe 2016 sowie deren Auswirkung auf die CO2e-Emissionen.
Bis einschließlich Ende 2016 erfolgte die Publikation der Nachhaltigkeitsinhalte für die RZB-Gruppe. Durch die Verschmelzung der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG auf die Raiffeisen Bank International AG (RBI) im März 2017 firmiert das Unternehmen ebenfalls als Raiffeisen Bank International AG.


CO2 Emissionen

Aus voriger Grafik ist ersichtlich, dass die größten Positionen der CO2e-Emissionen der RZB-Gruppe (Summe 59.147 Tonnen (t) bzw. minus zwei Prozent zum Vorjahr bzw. minus 14 Prozent zum Jahr 2011) den Energieverbrauch und Geschäftsverkehr betreffen. Besonders relevant ist die Einteilung der Emissionen in drei "Scopes" (welche die Einteilung der CO2-Emissionen nach Greenhouse Gas Protocol definieren):

  • Scope 1 umfasst alle Treibhausgas-Emissionen, die direkt im Unternehmen anfallen; z. B. aus der Verbrennung stationärer Quellen (wie Kraftwerke, Heizkessel), aus der Verbrennung mobiler Quellen (wie aus dem unternehmenseigenen Fuhrpark), aus den Produktionsprozessen sowie aus flüchtigen Emissionen.
  • Scope 2 umfasst indirekte Emissionen, welche für die Energiebereitstellung des Unternehmens entstehen, wenn ein Energieversorgungsunternehmen Strom oder Wärme für dieses Unternehmen bereitstellt.
  • Scope 3 umfasst alle anderen Emissionen, die innerhalb der Systemgrenze verursacht werden, z. B. Mobilität mittels Flugzeug, Bahn und Fremdfuhrpark sowie Bürobedarf (etwa Papier).

Die meisten Emissionen sind mit 46 Prozent in Scope 3 (vor allem verursacht durch den Stromverbrauch) zu finden, gefolgt von Scope 2 mit 44 Prozent (auch hier ist der Stromverbrauch an erster Stelle). Scope 1 ist mit zehn Prozent an dritter Stelle und wird vor allem durch den Geschäftsverkehr mit eigenen PKW verursacht.

Umweltmaßnahmen und -ziele

Das zentrale Instrument für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Umweltziele ist unser Umweltmanagement in Österreich, welches entsprechend der Forderungen der ISO 14001 (zertifiziert seit 1998) betrieben wird. Zusätzlich wird unsere Erklärung über Treibhausgase seit 2013 entsprechend ISO 14064-3 für die Raiffeisen Bank International samt Tochterunternehmen und Netzwerkbanken in CEE validiert.
Auf der Basis der Umweltprüfung und der Verbrauchsdaten wurden Maßnahmen zur Verbesserung unserer Umweltbilanz für die verschiedenen Bereiche definiert:

  • Emissionen
  • Energie
  • Mobilität
  • Informationstechnologie
  • Abfall und Reinigung
  • Mitarbeiter
  • Beschaffung

Für die Umsetzung und Evaluierung der Zielerreichung sind vor allem der Umweltausschuss, Group Sustainability Management und Facility Management sowie die Nachhaltigkeitsbeauftragten der Netzwerkbanken (NWB) verantwortlich. Basisjahr für Zielwerte ist 2011.

Umweltmaßnahmen und -ziele 

CO2-Emissionen

Die CO2-Emissionen wurden für das Jahr 2016 mit neuen Emissionsfaktoren (ecoinvent v3.3) berechnet. Diese Rückrechnung aller Emissionswerte wird jedoch auf Grund der Vergleichbarkeit mit den Vorjahresberichten nicht in den Tabellen ausgewiesen. Die durchschnittlichen CO2e-Emissionen betragen für das Jahr 2016 59.147 Tonnen (t) und konnten im Vergleich zum Jahr 2011 (Datum der Ersterfassung) um 19 Prozent reduziert werden. Auf Grund der Faktorumstellung hat sich in allen drei Scopes eine minimale Verschiebung der Emissionen ergeben. Die Scope 2- Reduktion zum Vorjahr ergibt sich aus der Faktorumstellung, der Anstieg der Scope 3-Emissionen aus der zusätzlichen Datenerfassung, die Reduktion der Scope 1-Emissionen ist unabhängig von der Faktorumstellung.

  • Im Jahr 2016 sind in der RZB-Gruppe 6.027 Tonnen CO2e Scope 1 (zehn Prozent), 25.801 Tonnen (44 Prozent) Scope 2 sowie 27.319 Tonnen (46 Prozent) Scope 3 zuzurechnen.
  • Der Energieverbrauch macht mit 38.586 t CO2e ca. 65 Prozent (minus neun Prozent zum Vorjahr) der Emissionen aus und ist der größte Verursacher der Emissionen der RZB-Gruppe. Diese wirken sich vor allem in Scope 2, aber zum Teil auch in Scope 1 und 3 aus. Der Ökostromanteil der RZB-Gruppe liegt bei rund 34 Prozent.
  • Der Geschäftsverkehr generiert mit 12.657 t CO2e ca. 21 Prozent (minus sechs Prozent zum Vorjahr) der Emissionen. Somit ist der Verkehr der zweitgrößte Verursacher der Emissionen der RZB-Gruppe. Dies wirkt sich sowohl in Scope 1 als auch in Scope 3 aus.
  • Der Paketdienst- und Gütertransport liegt mit 3.736 t CO2e bei rund sechs Prozent der Emissionen (rund fünf Mal so hoch wie im Vorjahr auf Grund einer verbesserten Datenlage). Damit ist dieser Bereich der drittgrößte Verursacher der Emissionen der RZB-Gruppe. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3.
  • Der Papierverbrauch liegt mit 2.621 t CO2e bei rund vier Prozent der Emissionen (plus 14 Prozent zum Vorjahr). Damit ist der Papierverbrauch der viertgrößte Verursacher der Emissionen der RZB-Gruppe. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3. Der Recyclinganteil beim Materialeinkauf beläuft sich auf 70 Prozent.
  • Der Abfall ist mit 1.547 t CO2e ebenfalls vernachlässigbar und macht ca. drei Prozent der Emissionen aus (minus fünf Prozent zum Vorjahr). Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3. An letzter Stelle der Emissionsverursacher steht der Wasserverbrauch mit fast null Prozent. Südosteuropa hat mit 35 Prozent den größten Anteil an den Gesamtemissionen bzw. 20.523 Tonnen CO2e. Den geringsten Anteil haben das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit drei Prozent bzw. 1.489 Tonnen CO2e. Die CO2e-Emissionen der RZB-Gruppe pro Mitarbeiter und Jahr liegen bei ca. 2.688 kg. Südosteuropa hat den größten Wert pro MA mit ca. 3.096 kg CO2e /MA und Jahr. Den geringsten Anteil verzeichnen das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit 1.341 kg CO2e /MA.

CO2Emissionen

Energie

Der indirekte Energieverbrauch ist mit ca. 65 Prozent der größte Verursacher der CO2-Emissionen der RZB-Gruppe: Davon hat der Stromverbrauch einen Anteil von 95 Prozent, der Wärmebedarf einen Anteil von ca. fünf Prozent. Der direkte Energieverbrauch (Notstromaggregat) und -emissionen und wird ausschließlich in den Tabellen auf Seite 134 und 135 dargestellt. Der Ökostromanteil der RZB-Gruppe liegt bei rund 34 Prozent (plus 16 Prozentpunkte gegenüber 2015). In Österreich wird zu 100 Prozent Ökostrom bezogen.

Der Ökostromanteil eines Unternehmens hat auch einen starken Bezug zum SDG-Ziel Nr. 7. Da dieses SDG-Ziel jedoch eng mit dem SGD-Ziel Nr. 13 verknüpft ist bzw. hier mit einfließt, wird es nicht mehr gesondert angeführt.
Der gesamte indirekte Energieverbrauch der RZB-Gruppe betrug im Jahr 2016 rund 103 GWh (minus drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Davon wurden etwa 76 GWh für Strom und fast 27 GWh für Wärme benötigt. Den größten Anteil am Stromverbrauch hat Südosteuropa mit ca. 31 Prozent (wobei in Südosteuropa teilweise mit Strom geheizt wird), beim Wärmeverbrauch ist Osteuropa mit ebenfalls ca. 30 Prozent der größte Verbraucher. Den geringsten Anteil am Energieverbrauch haben das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit fünf Prozent am Stromverbrauch bzw. sieben Prozent am Wärmeverbrauch.

Bezogen auf Mitarbeiter und Jahr liegt der durchschnittliche Energieverbrauch für Strom und Wärme insgesamt bei 4.719 kWh. Dabei hat die RBI AG mit 6.862 kWh/MA den höchsten Energieverbrauch (Grund dafür ist, dass sich der Großteil der Mitarbeiter der RBI AG an einem noch nicht energieeffizienten Standort befindet), den geringsten hat Zentraleuropa mit 3.404 kWh/MA.

Energieverbrauch 2016

Verkehr

Der Geschäftsverkehr ist der zweitgrößte CO2-Verursacher in der RZB-Gruppe. Aus diesem Grund werden in diesem Bereich laufend Verbesserungsmaßnahmen evaluiert. So wurde im Jahr 2013 die Travel Policy für Dienstreisen nach  Umweltaspekten überarbeitet und Ende 2014 eine Mobilitätserhebung durchgeführt.

Um den Geschäftsverkehr zu reduzieren, wurde in Österreich und in fast allen Netzwerkbanken das Videokonferenzsystem ausgebaut. Der Reiseverkehr der RZB-Gruppe beträgt rund 58 Millionen pkm (Personenkilometer; pkm werden aus der Anzahl der beförderten Personen und der zurückgelegten Strecke errechnet). Davon hat Zentraleuropa den größten Anteil mit 27 Prozent bzw. rund 16 Millionen pkm. Den geringsten Anteil haben das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit zehn Prozent bzw. ca. sechs Millionen pkm.

Der Geschäftsverkehr im Gesamtkonzern bezogen auf Mitarbeiter und Jahr beträgt im Durchschnitt 2.644 pkm. Die RBI AG hat die höchste Reisetätigkeit mit 5.903 pkm/MA und Jahr. Dies ist damit zu erklären, dass gerade vom Head Office aus
viele Reisen z. B. zu internationalen Interessensvertretungen u. Ä. durchgeführt werden. Den geringsten Geschäftsverkehr pro Mitarbeiter hat Osteuropa mit 1.869 pkm. Der Vergleich der Transportmittel zeigt, dass der Flugverkehr mit 43 Prozent den größten Anteil ausmacht, gefolgt vom Geschäftsverkehr mit eigenen Fahrzeugen mit 39 Prozent sowie dem Geschäftsverkehr mit gemieteten PKW mit 17 Prozent. Den geringsten Anteil hat der Bahnverkehr mit etwa einem Prozent. Der Fuhrpark der RZB-Gruppe ist mit durchschnittlich 130 g CO2-Emissionen/km durchaus umweltfreundlich.

Geschäftsverkehr 2016

Papier

Im Bereich Materialverbrauch ist das Papier für Finanzdienstleister das wesentlichste Büromaterial, es hat jedoch einen sehr geringen Anteil an den CO2e-Emissionen. Bereits seit Jahren ist man bemüht, den Papierverbrauch weiter zu reduzieren. Sowohl in Österreich als auch in den meisten Netzwerkbanken ist doppelseitiger Druck eine Standardeinstellung. Gesamthaft wurden in der RZB-Gruppe im Jahr 2016 ca. 922 Tonnen Papier bzw. acht Prozent weniger als im Vorjahr verbraucht, davon hat Zentraleuropa mit 33 Prozent bzw. 301 Tonnen/Jahr den größten Verbrauch. Den geringsten Anteil am Gesamtverbrauch haben das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit vier Prozent bzw. 33 Tonnen/Jahr.

Bezogen auf den Papierverbrauch pro Mitarbeiter und Jahr, der im Durchschnitt bei 8.401 Blatt liegt, hat Osteuropa den größten Verbrauch mit 10.125 Blatt pro Mitarbeiter. Die RBI AG hat mit 4.628 Blatt den geringsten Verbrauch pro Mitarbeiter. Der Anteil an Recyclingpapier liegt in der RZB-Gruppe bei 70 Prozent. Die RBI AG und das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen haben den höchsten Anteil mit 100 Prozent Recyclingpapier.

Papierverbrauch 2016
 

Abfall

Die anfallende Abfallmenge der RZB-Gruppe beträgt etwa 2.947 Tonnen pro Jahr bzw. 133 kg/MA und besteht zu 94 Prozent aus ungefährlichem Abfall. Erfreulicherweise hat der Bereich "Abfall" einen Anteil von lediglich drei Prozent an den Gesamtemissionen der RZB-Gruppe, weshalb hier auch nicht mehr Details dargestellt werden.

Der Abfall kommt zu 37 Prozent auf Deponien, zu ca. 31 Prozent wird er verbrannt, zu 26 Prozent wird er aufbereitet. Elektrogeräte haben einen Anteil von sechs Prozent. Der gefährliche Abfall, wie eben auch Elektrogeräte, werden entsprechend ordnungsgemäß entsorgt. Zentraleuropa hat mit 32 Prozent bzw. 956 Tonnen den größten Anteil am gesamten Abfallaufkommen. Die geringste Abfallmenge weisen das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit fünf Prozent bzw. 151 Tonnen Gesamtabfall/Jahr auf. Bezogen auf die Mitarbeiterzahl hat die RBI AG mit 158 kg/MA die größte Abfallmenge. Den geringsten Abfall pro Mitarbeiter verzeichnet Südosteuropa mit 124 kg/MA.

Abfall 2016
 

Gütertransport

Dieser Indikator wirkt sich in den Scope 1- und 3-Emissionen aus und macht einen Anteil von ca. sechs Prozent an allen Emissionen der RZB-Gruppe aus. Zum Teil wird der Einkauf zentral von der RBI AG für den gesamten RBI-Konzern gesteuert, weshalb die gefahrenen Kilometer (inkl. der daraus resultierenden Emissionen) zu gleichen Teilen auf die Regionen aufgeteilt wurden (eine exaktere Zuteilung ist auf Grund der Datenlage nicht möglich). Der gesamte Paketdienst- und Gütertransport beträgt nach aktuellem Datenstand rund 1.227.230 tkm (Tonnenkilometer; tkm werden aus der transportierten Masse in Tonnen und der dabei zurückgelegten Wegstrecke in Kilometern berechnet).

Wasser

Der Wasserverbrauch der RZB-Gruppe ist vergleichsweise gering und wirkt sich kaum auf den CO2-Fußabdruck aus (liegt bei fast null Prozent). Der gesamte Wasserverbrauch lag 2016 bei 248.041 m3 bzw. 11 m3/MA und Jahr. Den größten Anteil am gesamten Wasserverbrauch weist Südosteuropa mit über 78.169 m3 bzw. 32 Prozent auf, den geringsten Anteil haben das Spitzeninstitut und die Verbundunternehmen mit 10.348 m3 bzw. vier Prozent. Den größten Wasserverbrauch pro Mitarbeiter hat die RBI AG mit 16 m3/Jahr (Grund dafür sind die Betriebsküche sowie Grünflächen), den geringsten Anteil hat Zentraleuropa mit sieben m3/Jahr.

Wasserverbrauch 2016

Andrea Sihn-Weber

Geschäftsführerin der RNI, Managing Director of RNI
Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative
Am Stadtpark 9, 1030 Wien
Tel: +43-1-71707-6069
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