RBI: Fokus auf erneuerbare Energie, Ausstieg aus Thermalkohle

Bis 2025 rund ein Drittel der österreichischen Unternehmenskredite für ESG-konforme Investitionen * Keine neuen Kredite für Kunden mit mehr als 25 Prozent Umsatz im Bereich Thermalkohle, aushaftender Saldo ist bis spätestens 2030 zu tilgen * Ab sofort keine neuen Finanzdienstleistungen für neue oder bestehende Thermalkohlekraftwerke oder -minen 

Die Raiffeisen Bank International (RBI) bekennt sich zur Förderung von umweltfreundlichen Technologien und setzt in Zukunft noch stärker auf erneuerbare Energie. Ziel der strategischen Ausrichtung ist der Ausbau des Kreditobligos vor allem im Bereich der Wind- und Solartechnologien, die stark vom technologischen Fortschritt der letzten Jahre profitieren.

Gleichzeitig hat sich die Bank im Zusammenhang mit dem „Ausstieg aus Kohle“ strenge Restriktionen auferlegt. Der Vorstand hat vor kurzem eine Richtlinie beschlossen, laut der das Carbon-Finance-Portfolio des RBI-Konzerns, also die Summe der Kredite betreffend Thermalkohle und Thermalkohlehandel, deutlich reduziert wird. Vereinfacht dargestellt werden zukünftig keine Geschäfte mit Unternehmen gemacht, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes aus dem Abbau von Thermalkohle erzielen. Dasselbe gilt sinngemäß für Energie- und Handelsunternehmen. Für bestehende derartige Kunden werden keine neuen Kreditengagements eingegangen, und deren aushaftender Saldo ist bis spätestens 2030 zu tilgen. Zum Jahresende 2020 betrug das Obligo des RBI-Konzerns für solche Kunden rund € 1,4 Milliarden, was einem Anteil von rund 0,65 Prozent am konzernweiten Gesamtobligo zu diesem Zeitpunkt entspricht. Weiters verpflichtet sich die RBI, ab sofort keine neuen Finanzdienstleistungen für neue oder bestehende Thermalkohlekraftwerke oder -minen zu erbringen, noch sich direkt an

(Re-)Finanzierungen für derartige Unternehmen zu beteiligen.

„Wir setzen mit dieser strategischen Entscheidung einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erreichung der EU-Klimaziele und werden damit unserem Verständnis als verantwortungsvoller Unternehmer gerecht“, sagte RBI-CEO Johann Strobl. „Der Ausstieg aus kohlebezogenen Finanzierungen – nicht nur seitens der RBI, sondern von immer mehr Banken weltweit – wird dem nicht mehr umkehrbaren Prozess der Dekarbonisierung zusätzlichen Rückenwind verschaffen.“

Die strategische Positionierung betreffend erneuerbare Energien folgt dem Beschluss der Staats- und Regierungschefs der EU vom Dezember 2020, in dem diese sich auf eine 55-prozentige Reduktion von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 einigten. Basierend auf einem umfassenden Angebot an maßgeschneiderten Finanzprodukten will die RBI bis 2025 den Anteil der aus Wien vergebenen

Unternehmenskredite für ESG-konforme Investitionen von derzeit rund 10 Prozent auf rund ein Drittel erhöhen.

„Die Finanzwirtschaft kann einen großen Beitrag zur Dekarbonisierung unserer Wirtschaft und unseres Lebens insgesamt leisten, sowohl durch die Entwicklung nachhaltiger Produkte als auch die Beratung der Kunden beim Übergang zu einer nachhaltigen Unternehmensführung. Wir werden unsere Kunden tatkräftig bei grünen Investitionen unterstützen“, sagte der für das Firmenkundengeschäft verantwortliche Vorstand Peter Lennkh. „Die Vorteile nachhaltiger Finanzierungen für unsere Kunden liegen auf der Hand, unter anderem durch die Erweiterung der Finanzierungsquellen und bereits kurz- bis mittelfristig günstigere Konditionen. Und nicht zuletzt, weil es das Richtige ist – ein nachhaltiges Geschäftsmodell durch ebensolche Finanzierung zu ergänzen, rundet die diesbezügliche Strategie ab.“

Die Initiative für erneuerbare Energie ist konsistent mit dem ESG-Programm der RBI, das ein starkes Wachstum im Segment der grünen und sozialen Finanzierungen in Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE) zum Ziel hat. Die RBI ist mit einem Gesamtvolumen von € 1,3 Milliarden Österreichs größter Green-Bond-Emittent. Laut Bloomberg war sie zum Jahresende 2020 nach für Kunden arrangiertem Volumen die Nummer zwei bei grünen oder nachhaltigen Anleihen in Österreich und CEE – als einzige österreichische Bank unter deutlich größeren international tätigen Instituten [grüne Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, deren Mittelverwendung positive Auswirkungen für die Umwelt und/oder das Klima haben muss. Nachhaltigkeitsanleihen müssen zusätzlich einen positiven sozialen Effekt aufweisen]. Mit der Unterzeichnung der globalen UN Principles for Responsible Banking als erster österreichischer Bankkonzern im Jänner 2021 hat die RBI ihre Vorreiterrolle insbesondere in Österreich unter Beweis gestellt.

16.03.2021 - Startseite, Insights, Presse 2021