FAQs zum Common Reporting Standard/Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz

Was bedeutet der Common Reporting Standard/das Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz für die Kundenbeziehung?

Das Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz (GMSG) verpflichtet alle österreichischen Finanzinstitute ab dem 1. Oktober 2016 die steuerliche(n) Ansässigkeit(en) ihrer Kunden sowie die entsprechende(n) Steueridentifikationsnummer(n) (TIN) zu erheben und diese Informationen elektronisch für mögliche Meldepflichten zu speichern.

Wenn Kunden ab dem 1. Oktober 2016 ein neues Konto oder Depot eröffnen, ist die einmalige Abgabe einer Selbstauskunft zur Bestätigung der steuerlichen Ansässigkeit(en) sowie der entsprechenden Steueridentifikationsnummer(n) verpflichtend.

Wurde einmal eine plausible Selbstauskunft erbracht, ist es bei neuerlicher Kontoeröffnung nicht notwendig eine neue Selbstauskunft vorzulegen, solange sich keine Änderungen in den bisher deklarierten Daten des Kunden ergeben.
Für Bestandskonten/-depots (Eröffnung vor dem 1. Oktober 2016) ist/sind vom Kontoinhaber bei Vorliegen von melderelevanten Indizien auf Aufforderung durch das Finanzinstitut ebenfalls die steuerliche(n) Ansässigkeit(en) und TIN(s) durch die Abgabe einer Selbstauskunft zu erklären. In dieser Selbstauskunft kann der Kunde die dem Finanzinstitut bekannten Informationen bestätigen oder er kann sie mit Hilfe von geeigneten Dokumenten widerlegen. Wird keine plausible Selbstauskunft und gegebenenfalls geeignete Dokumentation gegenüber dem Finanzinstitut erbracht, so ist das Finanzinstitut verpflichtet eine Meldung aufgrund der vom Finanzinstitut festgestellten Indizien vorzunehmen.

In welchen Fällen kommt es zu einer Meldung?

Wenn Kunden als steuerlich ansässig in einem am CRS teilnehmenden Staat außer Österreich identifiziert wurden, ist das Finanzinstitut verpflichtet, ihre Daten (sowie gegebenenfalls Daten der beherrschenden Personen) jährlich an das Finanzamt zu melden, welches diese Informationen gegebenenfalls mit den Finanzbehörden der teilnehmenden Staaten in welchen der Kunde steuerlich ansässig ist austauscht. Das Gleiche gilt, wenn Kunden zwar in Österreich steuerlich ansässig sind, aber gleichzeitig über weitere ausländische steuerliche Ansässigkeiten verfügen.

Diese Meldepflicht gilt ab dem Jahr 2017 jeweils für das vorangegangene Kalenderjahr.

Welche Daten werden gemeldet?

Das Finanzinstitut ist grundsätzlich verpflichtet alle Bankkonten (Girokonten, Sparbücher usw.) und Depots von Kunden die in einem oder mehreren teilnehmenden Ländern steuerlich ansässig sind zu melden.

Die folgenden Kunden- und Kontodaten werden gemeldet:

  • Name und Adresse
  • Ansässigkeitsstaat(en) und Steueridentifikationsnummer(n)
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Konto-/Depotnummer
  • Kontosalden und Depotwerte zum Ende des entsprechenden Kalenderjahres/des  Meldezeitraums
  • Laufende Bruttoerträge und Bruttoverkaufserlöse

Auch im Falle einer Kontoschließung ist das Finanzinstitut verpflichtet, das Konto zu melden.

Wo kann ich mich zu meiner steuerlichen Ansässigkeit genauer informieren?

Die steuerliche Ansässigkeit richtet sich grundsätzlich nach den Vorschriften des in Frage kommenden Staates. Anhaltspunkte sind dabei Merkmale wie Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt bzw. der Mittelpunkt der Lebensinteressen oder – bei Gesellschaften – der Sitz der Gesellschaft oder der Ort der Geschäftsleitung.

Eine Rechts- sowie steuerliche Beratung kann von Vertretern bestimmter Berufsgruppen erteilt werden. Orientierung zur Frage der steuerlichen Ansässigkeit können auch die Beratungsstellen des Finanzamtes oder das Online-Portal der OECD (Automatic Exchange Portal) geben.

Eine Unterstützung durch das Finanzinstitut bei der Angabe bzw. Bestimmung der steuerlichen Ansässigkeit ist nicht zulässig.