Betriebsökologie

Wir bekennen uns zu Umwelt- und Klimaschutz mit dem Ziel, Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten. Daher wird laufend daran gearbeitet, die Nachhaltigkeitsstandards und die wichtigen ökologischen Steuerungsgrößen in den relevantesten Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Das Umweltmanagementsystem in Österreich orientiert sich an internationalen Standards (ISO 14001). Hier geht es nicht um die bloße Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder Normen, sondern vielmehr um die Optimierung des Energie- und Ressourceneinsatzes, und damit um eine nachhaltige Ressourcennutzung. Auch die Netzwerkbanken sind sich ihrer umweltbezogenen Verantwortung bewusst und arbeiten daran, diese kontinuierlich zu verbessern.

Nachstehende Grafik zeigt die umweltrelevanten Bereiche der RBI 2019 sowie deren Auswirkung auf die CO2e-Emissionen

 

Emissionen 2019

 
Aus der Grafik ist ersichtlich, dass die größten Positionen der CO2e-Emissionen der RBI (Summe 97.636 Tonnen (t) location based bzw. minus sechs Prozent zum Vorjahr bzw. minus 26 Prozent zum Jahr 2011) den Energieverbrauch und Geschäftsverkehr betreffen. Besonders relevant ist die Gliederung der Emissionen in drei „Scopes“, welche die Einteilung der CO2-Emissionen nach Greenhouse Gas Protocol definieren:
 
  • Scope 1 umfasst alle Treibhausgas-Emissionen, die direkt im Unternehmen anfallen; z. B. aus der Verbrennung stationärer Quellen (wie Kraftwerke, Heizkessel), aus der Verbrennung mobiler Quellen (wie aus dem unternehmenseigenen Fuhrpark), aus den Produktionsprozessen sowie aus flüchtigen Emissionen.
  • Scope 2 umfasst indirekte Emissionen, welche für die Energiebereitstellung des Unternehmens entstehen, wenn ein Energieversorgungsunternehmen Strom oder Wärme für dieses Unternehmen bereitstellt.
  • Scope 3 umfasst alle anderen Emissionen, die innerhalb der Systemgrenze verursacht werden, z. B. Mobilität mittels Flugzeug, Bahn und Fremdfuhrpark sowie Bürobedarf (etwa Papier).
     
Die meisten Emissionen sind mit 51 Prozent in Scope 2 (vor allem verursacht durch den Stromverbrauch) zu finden, gefolgt von Scope 3 mit 42 Prozent (auch hier ist der Stromverbrauch an erster Stelle). Scope 1 ist mit sieben Prozent an dritter Stelle und wird neben dem Fremdbezug von Strom auch durch die Geschäftsreisen (mit dem unternehmenseigenen Fuhrpark) verursacht.
 

Umweltmaßnahmen und -ziele

Das zentrale Instrument für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Umweltziele ist in Österreich das Umweltmanagement, das entsprechend den Forderungen der ISO 14001 (zertifiziert seit 1998) betrieben wird.
Im betrieblichen Umweltschutz werden grundsätzlich Energieeffizienz, erneuerbare Energie, klimafreundliche Mobilität sowie ein nachhaltiger Einkauf als besonders wesentlich hervorgehoben. Aufgrund des jeweiligen Carbon Footprint stellen der Energieverbrauch und die Mobilität für die RBI die wesentlichsten Handlungsfelder dar. Sie sind für die Erreichung der Klimaziele von zentraler Bedeutung.


Für die Umsetzung und Evaluierung der Zielerreichung sind vor allem der Umweltausschuss, Group Sustainability Management, Facility Management, Procurement sowie die Nachhaltigkeits-beauftragten der Netzwerkbanken verantwortlich. Basisjahr für die Zielwerte ist 2011.

Umweltmaßnahmen und -ziele 

Betriebsbezogene Umweltkennzahlen

CO2-Emissionen

Die durchschnittlichen CO2e-Emissionen (berechnet mit dem Emissionsfaktor ecoinvent v3.4) für das Jahr 2019 betragen 97.636 Tonnen (t) (location based) und konnten im Vergleich zum Jahr 2011 (Datum der Ersterfassung) um 26 Prozent reduziert werden. Davon sind 7.073 Tonnen CO2e in Scope 1 (sieben Prozent), 49.708 Tonnen (51 Prozent) in Scope 2 (location based) bzw. 40.856 Tonnen in Scope 3 (42 Prozent) zuzurechnen. Die größte Reduktion im Vergleich zu 2011 konnte in Scope 2 erreicht werden (minus 30 Prozent). In Scope 1 sind die Emissionen gegenüber 2011 um 24 Prozent gesunken, in Scope 3 um 23 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Emissionen um sechs Prozent reduziert werden. 

Die Datenqualität wird an Hand von drei Abstufungen erhoben. Die beste Datenqualität ist 1 (exakt), gefolgt von 2 (berechnet). Bei den betriebsökologischen Daten liegt der Wert vorwiegend bei exakt und berechnet. Lediglich die Bereiche Material und Wasser haben eine schlechtere Datenqualität der Kategorie 3 (geschätzt) Die RBI ist bestrebt, in diesen beiden Kategorien die Datenqualität zu verbessern.

Scope 1-3 Emissionen der RBI

Einsparungen der RBI zum Vorjahr und 2011

Energie

Der Energieverbrauch macht mit 70.699 t CO2e rund 72 Prozent der Emissionen aus (minus acht Prozent zum Vorjahr bzw. minus 26 Prozent zu 2011) und ist der größte Verursacher der Emissionen der RBI. Davon hat der Stromverbrauch einen Anteil von 91 Prozent, der Wärmebedarf einen Anteil von ca. neun Prozent. Die Emissionen wirken sich vor allem in Scope 2, aber auch in Scope 1 und 3 aus. 
Der gesamte Energieverbrauch der RBI betrug im Jahr 2019 rund 216 GWh (minus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Etwa 137 GWh wurden für Strom und rund 79 GWh für Wärme benötigt. Bezogen auf Mitarbeitende und Jahr liegt der durchschnittliche Energieverbrauch bei 4.570 kWh.
Der Ökostromanteil der RBI liegt bei rund 38 Prozent.

Energieverbrauch RBI

Verkehr

Die Mobilität generiert mit 13.547 t CO2e ca. 14 Prozent der Emissionen (minus acht Prozent zum Vorjahr bzw. minus 23 Prozent zu 2011). Somit ist der Bereich der zweitgrößte Verursacher der Emissionen der RBI. Dies wirkt sich sowohl in Scope 1 als auch in Scope 3 aus.

Der Geschäftsverkehr der RBI beträgt rund 62 Millionen pkm (Personenkilometer; pkm werden aus der Anzahl der beförderten Personen und der zurückgelegten Strecke errechnet). Bezogen auf Mitarbeitende und Jahr beträgt er im Durchschnitt 1.316 pkm.

Der Vergleich der Transportmittel (bezogen auf die pkm) zeigt, dass der Flugverkehr mit 54 Prozent den größten Anteil ausmacht, gefolgt vom Geschäftsverkehr mit PKW mit 40 Prozent und dem Bahnverkehr mit rund sechs Prozent.
Der Fuhrpark der RBI ist mit durchschnittlich 125 g CO2-Emissionen/km durchaus umweltfreundlich.

 

Geschäftsverkehr RBI

Papier

Der Materialverbrauch (insbesondere Papier) liegt mit 1.540 t CO2e bei rund drei Prozent der Emissionen (minus 16 Prozent zum Vorjahr bzw. minus 44 Prozent zu 2011). Der Materialverbrauch mit etwas mehr als drei Prozent hat einen vernachlässigbaren Anteil an den Emissionen. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3. Der Recyclinganteil beim Papiereinkauf beläuft sich auf 70 Prozent. Insgesamt wurden in der RBI im Jahr 2018 rund 674 Tonnen Papier verbraucht. Der Papierverbrauch pro Mitarbeitenden liegt bei 5.452 Blatt/Jahr.

Papierverbrauch RBI
 

Abfall

Der Abfall ist mit 4.586 t CO2e (plus acht Prozent zum Vorjahr bzw. minus 22 Prozent zu 2011) ebenfalls vernachlässigbar und macht etwas unter fünf Prozent der Emissionen aus. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3.
Die anfallende Abfallmenge der RBI beträgt etwa 7.909 Tonnen pro Jahr bzw. 167 kg/MA und besteht zu 96 Prozent aus ungefährlichem Abfall. Der Abfall kommt zu rund 62 Prozent auf Deponien, zu ca. 17 Prozent wird er verbrannt, zu rund 17 Prozent wird er aufbereitet. Elektrogeräte haben einen Anteil von rund vier Prozent.

Abfall RBI
 

Material

Der Materialverbrauch liegt mit 7.775 t CO2e bei rund acht Prozent der Emissionen (plus sieben Prozent zum Vorjahr bzw. minus 34 Prozent zu 2011) und somit an dritter Stelle der Emissionsverursacher. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3. Der Recyclinganteil beim Papiereinkauf beläuft sich auf 67 Prozent. Insgesamt wurden in der RBI im Jahr 2019 rund 2.556 Tonnen Papier verbraucht. Der Papierverbrauch pro Mitarbeitendem liegt bei 10.836 Blatt/Jahr.

Material RBI

Gütertransport

Der Paketdienst- und Gütertransport liegt mit 1.029 t CO2e bei rund einem Prozent der Emissionen (ein Vergleich zu 2011 ist nicht möglich, da dieser Indikator 2011 noch nicht für den gesamten Konzern erhoben wurde). Die aus der Lieferantenbefragung eingemeldeten km/tkm der Lieferanten wurden intern erfasst, jedoch auf Grund mangelnder Nachvollziehbarkeit nicht einbezogen. Die Auswirkungen der Emissionen zeigen sich vorwiegend in Scope 3. Der Paketdienst- und Gütertransport der RBI beträgt rund 526.868 tkm.

Wasser

An letzter Stelle der Emissionsverursacher steht der Wasserverbrauch (ausschließlich Leitungswasser) mit 112 kg bei fast null Prozent. Der gesamte Wasserverbrauch lag 2019 bei 353 Mio. m3 bzw. 7.460 Liter pro Mitarbeitendem und Jahr.

Wasserverbrauch der RBI

Sihn-Weber

Andrea Sihn-Weber

Head of Group Sustainability Management
General Manager of Raiffeisen Sustainability Initiative
Raiffeisen Bank International AG
Am Stadtpark 9, 1030 Wien
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