Betriebsökologie

Wir bekennen uns zu Umwelt- und Klimaschutz mit dem Ziel, Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten. Daher wird laufend daran gearbeitet, die Nachhaltigkeitsstandards und die wichtigen ökologischen Steuerungsgrößen in den relevantesten Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Das Umweltmanagementsystem in Österreich orientiert sich an internationalen Standards (ISO 14001). Hier geht es nicht um die bloße Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder Normen, sondern vielmehr um die Optimierung des Energie- und Ressourceneinsatzes, und damit um eine nachhaltige Ressourcennutzung. Auch die Netzwerkbanken sind sich ihrer umweltbezogenen Verantwortung bewusst und arbeiten daran, diese kontinuierlich zu verbessern.

Nachstehende Grafik zeigt die umweltrelevanten Bereiche der RBI 2018 sowie deren Auswirkung auf die CO2e-Emissionen.


CO2EmissionenRBI2018

Aus der Grafik ist ersichtlich, dass die größten Positionen der CO2e-Emissionen der RBI (Summe 53.633 Tonnen (t) location based bzw. minus ein Prozent zum Vorjahr bzw. minus 22 Prozent zum Jahr 2011) den Energieverbrauch und Geschäftsverkehr betreffen. Besonders relevant ist die Gliederung der Emissionen in drei "Scopes", welche die Einteilung der CO2-Emissionen nach Greenhouse Gas Protocol definieren:

  • Scope 1 umfasst alle Treibhausgas-Emissionen, die direkt im Unternehmen anfallen; z. B. aus der Verbrennung stationärer Quellen (wie Kraftwerke, Heizkessel), aus der Verbrennung mobiler Quellen (wie aus dem unternehmenseigenen Fuhrpark), aus den Produktionsprozessen sowie aus flüchtigen Emissionen.
  • Scope 2 umfasst indirekte Emissionen, welche für die Energiebereitstellung des Unternehmens entstehen, wenn ein Energieversorgungsunternehmen Strom oder Wärme für dieses Unternehmen bereitstellt.
  • Scope 3 umfasst alle anderen Emissionen, die innerhalb der Systemgrenze verursacht werden, z. B. Mobilität mittels Flugzeug, Bahn und Fremdfuhrpark sowie Bürobedarf (etwa Papier).

Die meisten Emissionen sind mit 49 Prozent in Scope 2 (vor allem verursacht durch den Stromverbrauch) zu finden, gefolgt von Scope 3 mit 40 Prozent (auch hier ist der Stromverbrauch an erster Stelle). Scope 1 ist mit elf Prozent an dritter Stelle und wird neben dem Fremdbezug von Strom auch durch die Geschäftsreisen (mit dem unternehmenseigenen Fuhrpark) verursacht.

Umweltmaßnahmen und -ziele

Das zentrale Instrument für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Umweltziele ist in Österreich das Umweltmanagement, das entsprechend den Forderungen der ISO 14001 (zertifiziert seit 1998) betrieben wird.
Im betrieblichen Umweltschutz werden grundsätzlich Energieeffizienz, erneuerbare Energie, klimafreundliche Mobilität sowie ein nachhaltiger Einkauf als besonders wesentlich hervorgehoben. Aufgrund des jeweiligen Carbon Footprint stellen der Energieverbrauch und die Mobilität für die RBI die wesentlichsten Handlungsfelder dar. Sie sind für die Erreichung der Klimaziele von zentraler Bedeutung.


Für die Umsetzung und Evaluierung der Zielerreichung sind vor allem der Umweltausschuss, Group Sustainability Management, Facility Management, Procurement sowie die Nachhaltigkeits-beauftragten der Netzwerkbanken verantwortlich. Basisjahr für die Zielwerte ist 2011.

Umweltmaßnahmen und -ziele 

Betriebsbezogene Umweltkennzahlen

CO2-Emissionen

Die durchschnittlichen CO2e-Emissionen (berechnet mit dem Emissionsfaktor ecoinvent v3.3) für das Jahr 2018 betragen 53.633 Tonnen (t) (location based) und konnten im Vergleich zum Jahr 2011 (Datum der Ersterfassung) um 22 Prozent reduziert werden. Davon sind 5.944 Tonnen CO2e in Scope 1 (elf Prozent), 26.283 Tonnen (49 Prozent) in Scope 2 (location based) bzw. 21.406 Tonnen in Scope 3 (40 Prozent) zuzurechnen. Die größte Reduktion im Vergleich zu 2011 konnte in Scope 2 erreicht werden (minus 29 Prozent). In Scope 3 sind die Emissionen gegenüber 2011 um 12 Prozent gesunken, in Scope 1 um 17 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Emissionen um ein Prozent reduziert werden.

Die Datenqualität wird an Hand von drei Abstufungen erhoben. Die beste Datenqualität ist 1 (exakt), gefolgt von 2 (berechnet). Bei den betriebsökologischen Daten liegt der Wert vorwiegend bei exakt und berechnet. Lediglich die Bereiche Material und Wasser haben eine schlechtere Datenqualität der Kategorie 3 (geschätzt) Die RBI ist bestrebt, in diesen beiden Kategorien die Datenqualität zu verbessern.

Scope 1-3 Emissionen der RBI

Energie

Der Energieverbrauch macht mit 37.543 t CO2e rund 70 Prozent der Emissionen aus (minus ein Prozent zum Vorjahr bzw. minus sechs Prozent zu 2011) und ist der größte Verursacher der Emissionen der RBI. Davon hat der Stromverbrauch einen Anteil von über 92 Prozent, der Wärmebedarf einen Anteil von ca. 8 Prozent. Die Emissionen wirken sich vor allem in Scope 2, aber auch in Scope 1 und 3 aus.

Der gesamte Energieverbrauch der RBI betrug im Jahr 2018 rund 117 GWh (plus ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Energieverbrauch ist im Jahr 2018 auf Grund des sehr heißen und langen Sommers - insbesondere in der RBI AG - leicht angestiegen). Etwa 76 GWh wurden für Strom und rund 41 GWh für Wärme benötigt. Bezogen auf Mitarbeitende und Jahr liegt der durchschnittliche Energieverbrauch bei 4.723 kWh.

Der Ökostromanteil der RBI liegt bei rund 35 Prozent.

Energieverbrauch RBI

Verkehr

Der Geschäftsverkehr generiert mit 12.600 t CO2e ca. 23 Prozent der Emissionen (plus zwei Prozent zum Vorjahr bzw. minus elf Prozent zu 2011). Somit ist der Verkehr der zweitgrößte Verursacher der Emissionen der RBI. Dies wirkt sich sowohl in Scope 1 als auch in Scope 3 aus. Der Reiseverkehr der RBI beträgt rund 63 Millionen pkm (Personenkilometer; pkm werden aus der Anzahl der beförderten Personen und der zurückgelegten Strecke errechnet). Der Geschäftsverkehr im Konzern bezogen auf Mitarbeitende und Jahr beträgt im Durchschnitt 2.555 pkm.

Der Vergleich der Transportmittel (bezogen auf die pkm) zeigt, dass der Flugverkehr mit 49 Prozent den größten Anteil ausmacht, gefolgt vom Geschäftsverkehr mit PKW mit 46 Prozent und dem Bahnverkehr mit rund fünf Prozent. Der Fuhrpark der RBI ist mit durchschnittlich 123 g CO2-Emissionen/km durchaus umweltfreundlich.

Geschäftsverkehr RBI

Papier

Der Materialverbrauch (insbesondere Papier) liegt mit 1.540 t CO2e bei rund drei Prozent der Emissionen (minus 16 Prozent zum Vorjahr bzw. minus 44 Prozent zu 2011). Der Materialverbrauch mit etwas mehr als drei Prozent hat einen vernachlässigbaren Anteil an den Emissionen. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3. Der Recyclinganteil beim Papiereinkauf beläuft sich auf 70 Prozent. Insgesamt wurden in der RBI im Jahr 2018 rund 674 Tonnen Papier verbraucht. Der Papierverbrauch pro Mitarbeitenden liegt bei 5.452 Blatt/Jahr.

Papierverbrauch RBI
 

Abfall

Der Abfall ist mit 1.802 t CO2e (plus elf Prozent zum Vorjahr bzw. plus 18 Prozent zu 2011) ebenfalls vernachlässigbar und macht drei Prozent der Emissionen aus. Die Auswirkungen zeigen sich ausschließlich in Scope 3.Die anfallende Abfallmenge der RBI beträgt etwa 3.163 Tonnen pro Jahr bzw. 128 kg/MA und besteht zu 94 Prozent aus ungefährlichem Abfall. Der Abfall kommt zu fast 40 Prozent auf Deponien, zu ca. 33 Prozent wird er verbrannt, zu mehr als 21 Prozent wird er aufbereitet. Elektrogeräte haben einen Anteil von fast sechs Prozent.

Abfall RBI
 

Gütertransport

Der Paketdienst- und Gütertransport liegt mit 148 t CO2e bei rund 0,3 Prozent der Emissionen (ein Vergleich zu 2011 ist nicht möglich, da dieser Indikator 2011 noch nicht für den gesamten Konzern erhoben wurde). Die aus der Lieferantenbefragung eingemeldeten km/tkm der Lieferanten wurden intern erfasst, jedoch auf Grund mangelnder Nachvollziehbarkeit nicht einbezogen. Die Auswirkungen der Emissionen zeigen sich vorwiegend in Scope 3. Der Paketdienst- und Gütertransport der RBI beträgt rund 148 Millionen tkm (Tonnenkilometer; tkm werden aus dem beförderten Gewicht und der zurückgelegten Strecke errechnet).

Wasser

An letzter Stelle der Emissionsverursacher steht der Wasserverbrauch (ausschließlich Leitungswasser) mit 72 kg bei fast null Prozent. Der gesamte Wasserverbrauch lag 2018 bei 225.903 m3 bzw. neun m3/MA und Jahr.

Wasserverbrauch der RBI

Sihn-Weber

Andrea Sihn-Weber

Head of Group Sustainability Management
General Manager of Raiffeisen Sustainability Initiative
Raiffeisen Bank International AG
Am Stadtpark 9, 1030 Wien
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