Zero Project Partner Dinner 2020 – gelebte Inklusion

Im Februar lud die Raiffeisen Bank International vor dem Hintergrund der Zero-Project-Konferenz zu einem Partner-Dinner mit inspirierenden Reden und Einblicken in die Inklusionsthematik.

Harald Kröger, CEO der Raiffeisen Centrobank, begrüßte die internationalen Konferenzteilnehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter der RBI und weiterer Raiffeisen-Organisationen. Er hofft in seiner Ansprache auf eine Zukunft, in der Inklusion gelebt wird und in der jeder Mensch seine Potenziale erfolgreich einbringen kann. Dabei verwies er auf die beeindruckende Initiative von Martin Essls Zero Project und sieht Disability als Chance, die zu ergreifen gilt.

Martin Essl, Gründer der Essl Foundation, ging in seiner Eröffnungsrede auf sein Herzensanliegen „Zero Project“ zum Austausch von Ideen, Innovationen und Best Practices für ein barrierefreies Leben näher ein. Er sieht die Anstellung von Menschen mit Behinderung als großen Vorteil, weshalb er dieses Thema auch in Unternehmens- und Branchendialogen vorantreibt. Durch das Einbeziehen der Betroffenen könne wahre Barrierefreiheit geschaffen werden, um diese Menschen – immerhin 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung – bestmöglich zu unterstützen. Für das diesjährige Thema Inclusive Education wurde er ins Parlament eingeladen und erhielt von politischer Seite viel Unterstützung. Besonders erfreulich findet er, dass Menschen aus dem Autismusspektrum – mithilfe von Specialisterne Austria – in der RBI bereits die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten als Mitarbeitende einzubringen.

Andrea Sihn-Weber, Leiterin des RBI Group Sustainability Managements, betonte anschließend in ihrem Statement, dass die Inklusionsthematik bereits seit einigen Jahren in der RBI im Rahmen der Initiative „Vielfalt2020“ forciert wird. Bei der Maßnahmenentwicklung wird dabei eng mit externen Experten wie myAbility Social Enterprise GmbH und Specialisterne Austria zusammengearbeitet. Mit myAbility wurde zum Beispiel ein Strategy Check im Unternehmen durchgeführt, um Inklusionsmaßnahmen weiter zu optimieren. Zusätzlich nahm die RBI bereits zweimal am myAbility Talent Program teilgenommen. So genannte Sensing Journeys, wo man persönlich mit Menschen mit Behinderung in Kontakt treten konnte, trugen ebenfalls dazu bei, Barrieren in den Köpfen abzubauen. Trotzdem ist sich Andrea Sihn-Weber bewusst, dass die Reise der RBI zu einem inklusiven Arbeitgeber erst begonnen hat, der aber konsequent fortgesetzt wird. 

Wie wirkungsvoll das Zero Project ist, zeigt sich auch darin, dass bis heute bereits 75 innovative Practices und 11 innovative Gesetze von den 1.300 Expertinnen und Experten aus über 100 Ländern entwickelt wurden. Eine der Expertinnen ist die Irin Caroline Casey. Sie hielt beim Zero Project Partner Dinner eine berührende Rede – untermauert mit persönlichen Einblicken in ihr Handicap – über ihr Projekt The Valuable 500. Mit der Überzeugung „If people don’t come to me, I have to come to them!” sucht sie 500 namhafte CEOs, die das Versprechen einer inklusiveren Belegschaft leben. Bereits mehr als die Hälfte ihres Plans hat sie erreicht. Für ihr Anliegen konnte sie 258 globale Unternehmen mit mehr als 11 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewinnen. Und sie kämpft weiter, da sie weiß, dass ein globaler Wandel in jeglicher Hinsicht nur gemeinsam erreicht werden kann. Weiters erklärte sie, dass jeder und jede sich mit den persönlichen Fähigkeiten beweisen können sollte, dies aber in der heutigen Gesellschaft leider eine Inclusion Illusion ist. Und dies, obwohl jeder Mensch früher oder später mit dem Thema Behinderung konfrontiert ist – sei es im Umgang mit anderen oder selbst beim Älterwerden. Aus diesem Grund nennt sie die Wirtschaft als treibende Kraft hin zu einem positiven Wandel. Inklusive Unternehmen bewirken eine inklusive Gesellschaft, oder wie es Caroline Casey so treffend formulierte: „One thing we have in common is our difference!”

Alle Gäste des Abends waren sich der Bedeutung ihres Engagements für Inklusion bewusst. Einige teilten auch private Erfolgserlebnisse und gaben damit einen weiteren Anstoß, sich aktiv zu beteiligen. Die Best-Practice-Beispiele könnten nicht vielfältiger sein und reichten von barrierefreien Websites über das Zusammenbringen von Führungspersönlichkeiten und Menschen mit Behinderungen, mit dem Ziel des gegenseitigen Austauschs und möglicher Jobangebote in zukunftsträchtigen Branchen für junge Talente, bis hin zu einer Website, die barrierefreie Orte rund um den Globus anzeigt.