04.04.2017 - ISM Index im März wie erwartet mit leichtem Rückgang auf 57,2 Punkte

anlassbezogen


Das Institute for Supply Management (ISM) gab heute bekannt, dass der nationale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im März um 0,5 auf 57,2 Punkte gesunken ist. Unsere Prognose bzw. die Konsensprognose hatte auf 57,0 Punkte gelautet.      

Marktreaktion: Die Märkte reagierten kaum auf die Daten. Der Dollar verlor zum Euro 0,1 Cent auf 1,067 EUR/USD. Die Rendite amerikanischer Staatsanleihen gab um 1 bis 2 Basispunkte nach.
 
Unsere Einschätzung: Angesichts des schon hohen Niveaus sowie der vorliegenden regionalen Stimmungsumfragen kam die leichte Stimmungseintrübung gemessen am ISM Index im März nicht überraschend. Das Minus geht in erster Linie auf die verschlechterte Einschätzung der Produktionsbeurteilung zurück (-5,3 auf 57,6 Punkte), die aber noch immer auf einem erhöhten Niveau liegt. Deutlich verbessert haben sich im letzten Monat die Beschäftigungsaussichten (+4,7 auf 58,9 Punkte). 17 der 18 abgedeckten Industrie-zweige berichten im März von einer Produktionsausweitung, lediglich in einem Fall wird eine rückläufige Geschäftstätigkeit gemeldet.

Alle vom Institute for Supply Management aufgeführten Kommentare einiger der befragten Unternehmen fallen positiv bis sehr positiv aus. Es finden sich zahlreiche Kommentare wie diese: „Der Geschäftsausblick ist positiv.“ und „Starke Geschäftstätigkeit, die sich weiter verbessert.“ In keinem einzigen Kommentar werden Sorgen über negative Auswirkungen möglicher wirtschaftspolitischer Entscheidungen der US-Regierung thematisiert, wie beispielsweise einer möglichen Border Adjustment Tax. Es gibt keine Anzeichen für Verunsicherung bei den Unternehmen.

Inzwischen spiegelt sich die gute Unternehmensstimmung zumindest teilweise auch in den harten Konjunkturdaten wider. Der ISM Index ist seit August 2016 von 49,4 Punkten um in Summe rund 8 Punkte gestiegen. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist zwischen August 2016 und Februar 2017 im Durchschnitt zwar nur um 0,2 % pro Monat angestiegen, allerdings hat die Dynamik im Januar und Februar mit einer Zuwachsrate von je 0,5 % p.m. spürbar zugenommen. In früheren vergleichbaren Phasen der Stimmungsaufhellung, sprich Anstieg des ISM Index von rund 50 Punkten auf Werte zwischen 56 und 58 Punkten, betrug der durchschnittliche monatliche Zuwachs der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe allerdings über einen längeren Zeitraum 0,4 % bis 0,7 %. Die Unternehmensstimmung überzeichnet die tatsächliche Entwicklung daher noch immer, allerdings weniger stark als noch gegen Ende des letzten Jahres. Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich die Lücke zwischen Stimmungsumfragen und Produktion noch gänzlich schließen wird. Mit einer der Stimmung entsprechenden, überschwänglichen Konjunkturentwicklung rechnen wir nicht.   

Geldpolitische Implikationen: Die US-Notenbank ist weiter bemüht, den Markt durch „falkenhafte“ Kommentare diverser FOMC-Mitglieder auf weitere Zinsanhebungen in diesem Jahr einzustellen. Das heute vermeldete Ergebnis beim ISM Index dürfte die Währungshüter nicht von dieser Linie abbringen, da die Stimmung trotz des kleinen Rückgangs weiter äußerst gut ist. Wir halten einen Zinsschritt im Juni weiter für wahrscheinlich.

 

 

März

RBI

Konsens

Februar

Januar

Gesamtindex

57,2

57,0

57,0

57,7

56,0

Auftragseingang

64,5

-

-

65,1

60,4

Produktion

57,6

-

-

62,9

61,4

Beschäftigung

58,9

-

-

54,2

56,1

Auslieferungsgeschwindigkeit

55,9

-

-

54,8

53,6

Lagerhaltung

49,0

-

-

51,5

48,5

Quelle: ISM, Bloomberg, RBI/Raiffeisen RESEARCH
 


 
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Bitte beachten Sie, dass sich die Analysen und Empfehlungen nur auf Finanzinstrumente beziehen, die nicht von Sanktionen gemäß EU-Verordnung Nr. 833/2014 über restriktive Maßnahmen angesichts der Handlungen Russlands, die die Lage in der Ukraine destabilisieren, in der geltenden Fassung betroffen sind. Das sind Finanzinstrumente, die vor dem 1. August 2014 begeben wurden.

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- Analyse zu Volkswirtschaft, Zinsen und Währungen, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, Aktien sowie Rohstoffen mit den regionalen Schwerpunkten Eurozone sowie Zentral- und Osteuropa unter Berücksichtigung der globalen Märkte.
- Die Analyse erfolgt unter Einsatz der unterschiedlichen Analyse-Ansätze: Fundamentaler Analyse, quantitativer Analyse und/oder technischer Analyse.

Autor: Jörg ANGELE, RBI Wien
Editor: Matthias REITH, RBI Wien

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Raiffeisen Bank International AG
Am Stadtpark 9, A-1030 Wien

Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation: 03.04.2017 17:04 (MESZ)
Zeitpunkt der erstmaligen Weitergabe dieser Publikation: 03.04.2017 17:04 (MESZ)

Peter Brezinschek

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