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Drei Erwachsene sitzen in einem modernen Studio um Mikrofone herum und führen ein Gespräch oder Interview. Im Hintergrund sorgen eine grüne Wand und eine Holzvertäfelung für eine professionelle Atmosphäre. Die zentrale Person gestikuliert während des Sprechens, was auf ein angeregtes Gespräch hindeutet. Alle Teilnehmenden scheinen Erwachsene unterschiedlichen Geschlechts zu sein. Es sind keine Texte oder Zahlen im Bild zu sehen.

Marianne Janiks Werdegang in der Technologiebranche

Marianne Janik, Vice President EMEA North bei Google Cloud, ist zu Gast bei Elitza Kavrakova und Christian Geberth in unserem Podcast „Banking on Success“ und teilt spannende Einsichten zu Führung, der Einführung von KI und den Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Wirtschaft. 

Eine Gruppe von drei Erwachsenen – zwei Frauen und ein Mann – steht vor einem einfarbig grünen Hintergrund. Alle tragen dunkle Anzüge und wirken dadurch formell und professionell. Die Studiobeleuchtung unterstreicht die seriöse Atmosphäre. Es sind keine Texte, Logos oder Zahlen zu sehen.

Von Panzern zur Technologie: Eine Reise voller Neugier und Struktur

Marianne Janiks Weg begann in der Nähe des Bodensees, wo sie in einer französischen Militärsiedlung in Deutschland aufwuchs. Obwohl sie Jura studierte, um strukturiertes Denken und eine neue Perspektive zu erlangen, hatte sie nie vor, als Anwältin zu arbeiten. Stattdessen führte ihre Faszination für Technologie – ausgelöst durch den frühen Kontakt mit Militärfahrzeugen – sie zu Daimler und schließlich in Führungspositionen bei Technologiegiganten. Ihrem Jurastudium schreibt sie die Verfeinerung ihrer Problemlösungsfähigkeiten und ihres systematischen Denkens zu – auch heute noch in ihren Führungs- und Technologiepositionen von entscheidender Bedeutung. 

Wechsel zwischen Technologiegiganten: Von Microsoft zu Google

Im Gespräch über ihren Wechsel von Microsoft zu Google hebt Janik die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen hervor. Microsofts Transformationsprozess war sowohl beruflich als auch persönlich eine wertvolle Erfahrung. Googles innovationsgetriebene, von der Technik geleitete Kultur fand bei ihr großen Anklang. „Ich fühle mich wirklich zu Hause in diesem Umfeld, das stark von Innovation geprägt ist und in dem die Mitarbeitende auf positive Weise gefordert werden, innovativ zu sein“, sagt sie.  

Leadership-Herausforderungen in einer schnelllebigen Tech-Welt

Janik reflektiert über Leadership-Herausforderungen, die seit den 1990er Jahren unverändert bestehen, betont jedoch das zunehmende Tempo und den Druck von heute. Seit ihrem Einstieg in die Tech-Branche im Jahr 2011 beobachtet sie, dass der Druck zwar eine Herausforderung sein kann, aber auch die rasanten Fortschritte in der heutigen Technologie antreibt. Anstatt sich dagegen zu wehren, kann das Akzeptieren von Druck Kreativität freisetzen und Teams dazu anspornen, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Janik betont zudem die Bedeutung von kontinuierlichem Lernen und Selbstverbesserung als tägliche Praxis – so gelingt es, mit der sich schnell entwickelnden Tech-Landschaft Schritt zu halten.  

Für Führungskräfte ist das Verständnis individueller Motivationen der Schlüssel zur Bindung von Talenten. Janik betont, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben und sich entscheiden können zu gehen, wenn sie sich nicht verbunden fühlen. Für sie ist daher ein offener, kontinuierlicher Dialog unerlässlich. Sie plädiert für strukturierte Interaktion durch regelmäßige Einzelgespräche, Town-Hall-Meetings und „Ask-me-anything“-Sitzungen, um Vertrauen aufzubauen und wirklich zu verstehen, was die Menschen bewegt 

Balance in der Kommunikation: Klarheit vs. Informationsüberflutung

Um die Kommunikation ausgewogen zu halten, ist für Janik wichtig, neuen Kontext zu liefern, anstatt Informationen einfach nur zu wiederholen. Sie betont, dass effektive Kommunikation sicherstellen soll, dass die Botschaft vom Empfänger verstanden wird, und dass Wiederholungen manchmal notwendig sind, um Klarheit zu schaffen. Dieser Ansatz hilft dabei, Teams nicht zu überfordern und sie gleichzeitig gut informiert zu halten. 

Das Wettbewerbsumfeld der Hyperscale-Cloud-Anbieter

Janik beschreibt den Hyperscale-Cloud-Markt als hart umkämpft, mit großen Akteuren wie AWS, Microsoft, Oracle und IBM sowie innovativen Start-ups wie dem europäischen Unternehmen Mistral – jedes mit seiner eigenen DNA. „Ich schätze dieses Umfeld sehr, in dem kluge Köpfe sich gleichzeitig mit der sich weiterentwickelnden Technologie auseinandersetzen“, sagt sie. Google Cloud hebt sich dadurch ab, dass es in alle Ebenen investiert – Hardware, Infrastruktur, Forschung und Produktentwicklung. Das Unternehmen entwickelt eigene Chips, integriert Spitzenforschung (einschließlich DeepMind) und nutzt seine riesige Nutzerbasis, um robuste, nutzerorientierte und sichere Cloud-Dienste zu schaffen. 

Branchenweite Einführung von KI und regionale Unterschiede

Bei der Diskussion über die branchenweite Einführung von KI identifiziert Janik den Finanzsektor als Vorreiter aufgrund seiner langjährigen Nutzung von maschinellem Lernen und komplexen Risikomodellen. Finanzinstitute verfügen über das Fachwissen, um fundierte Entscheidungen über den Einsatz von KI zu treffen. Andere Sektoren wie der Einzelhandel profitieren von KI-gesteuerten Marketing- und E-Commerce-Anwendungen, tendieren jedoch dazu, eher produktorientierte Anwendungsfälle zu nutzen. 

Janik stellt fest, dass Mittel- und Osteuropa (CEE) trotz geringerer Budgets über starkes technisches Know-how und agile Start-ups verfügt. Diese Region setzt auf KI mit einem kooperativen Ansatz, der Geschäfts-, Rechts- und Compliance-Funktionen umfasst. Westeuropa hingegen befindet sich noch im Übergang von Pilotprojekten zur umfassenden Wertschöpfung durch KI. Die Zusammenarbeit und die technischen Fähigkeiten in CEE verschaffen der Region eine gute Ausgangsposition für innovative KI-Anwendungen. 

Von der Automatisierung zur Disruption: Die nächste Phase der KI

Derzeit konzentrieren sich viele Unternehmen auf Automatisierung und maschinelles Lernen, doch Janik erwartet eine zukünftige Phase echter Disruption – das Überdenken ganzer Geschäftsprozesse durch KI. Dieser Wandel erfordert Führung von oben, um die strategische Transformation über einzelne Rollen hinaus zu lenken, unternehmensweite Kreativität freizusetzen und gleichzeitig eine klare Richtung beizubehalten. „Deshalb ist Führung von oben so wichtig, denn von oben sieht man sein Unternehmen und die Prozesse, das Geschäftsmodell aus einer anderen Perspektive“, sagt sie. 

Die nächste Generation für eine KI-getriebene Welt vorbereiten

Janiks Rat für die jüngere Generation, die mit Unsicherheiten auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt konfrontiert ist: Neugierde, Resilienz und Anpassungsfähigkeit kultivieren. Einige Jobs werden sich weiterentwickeln oder ganz verschwinden, aber grundlegende akademische Fähigkeiten bleiben wertvoll. Manuelle Arbeit und Tätigkeiten, die manuelle und akademische Fähigkeiten kombinieren, werden wahrscheinlich länger bestehen bleiben. Sie betont die Bedeutung von Führung und Positivität angesichts der Ängste vor dem schnellen technologischen Wandel. 

Persönliches: Programmieren und Aufladen

Janik verrät, dass sie bereits in der Schule Programmieren gelernt hat. Heute bleibt sie mit dem Entwickeln von KI-Agenten am Ball und mit der Technologie vertraut. Die innovative Umgebung und die Zusammenarbeit mit der jungen und leidenschaftlichen Kollegenschaft bei Google geben ihr Energie. Außerdem lässt sie sich gern von der hohen Geschwindigkeit der Produktentwicklung und tiefgründigen Diskussionen über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie inspirieren. 

Hören Sie mehr von den Top-Führungskräften der Geschäftswelt in unseren bisherigen Folgen:

Hier können Sie sich unsere vorherigen Episoden ansehen: 

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