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Kurt Svoboda mit kurzem, grauem Haar posiert vor einem einfarbig grünen Studiohintergrund. Sein Gesicht ist aus Gründen der Anonymität und Privatsphäre bewusst unkenntlich gemacht. Er trägt einen hellblauen V-Ausschnitt-Pullover über einem weißen Hemd. Das Bild besticht durch seine klare, minimalistische Komposition und eignet sich für professionelle oder geschäftliche Zwecke.

Kurt Svobodas Spielzüge für den Erfolg der UNIQA

In dieser Folge von „Banking on Success“ führen die Moderatorinnen Elitza Kavrakova und Valerie Croy-Markones ein spannendes und aufschlussreiches Gespräch mit Kurt Svoboda, dem CFO und CRO der UNIQA Insurance Group. Sein Werdegang ist außergewöhnlich: von einem ungeplanten Einstieg in die Finanzwelt bis hin zur Führung eines der führenden Versicherer in Mittel- und Osteuropa in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit.  

Drei professionell gekleidete Erwachsene posieren vor einem einfarbig grünen Hintergrund. Ein Mann in einem hellblauen Pullover steht zwischen zwei Frauen in Businesskleidung. Ihre Gesichter sind verschwommen, wodurch ihre Kleidung und Körpersprache anstelle der individuellen Identität betont werden. Das Bild vermittelt den Eindruck eines Unternehmens-, Geschäfts- oder Teamumfelds und eignet sich für professionelle oder arbeitsplatzbezogene Themen.

Vom Studium zur Finanzwelt: Eine ungeplante Reise

Kurt Svoboda erzählt, dass seine Karriere in der Finanzwelt eher unerwartet begann. Während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und des Internationalen Managements führte ihn eine Masterarbeit über die Bilanzen von Versicherungsunternehmen in die Welt der Wirtschaftsprüfung bei KPMG. „Damals wusste ich noch nicht einmal, was KPMG war“, lacht Svoboda. Aus dem Thema entwickelte sich eine Leidenschaft für Versicherungsfinanzen, die seine gesamte Karriere prägte.  

Mentoren sind wichtig: „Suchen Sie sich jemanden, dem Sie vertrauen.“

Im Rückblick auf seine Karriere betont Svoboda die Bedeutung von Mentoren – vertrauenswürdigen Ratgebern, die objektive Perspektiven bieten. Er erzählt, wie er von erfahrenen Fachleuten Führungsqualitäten und Risikomanagement gelernt hat, und unterstreicht dabei den Wert des offenen Dialogs und des kontinuierlichen Lernens. Sein Rat: Suchen Sie sich Mentoren, die Ihr Denken herausfordern und Ihr Wachstum unterstützen.  

Lektionen vom Fußballplatz: Teamwork und Belastbarkeit

Als Präsident des ältesten österreichischen Fußballvereins, des First Vienna FC, zieht Svoboda Parallelen zwischen Sport und Unternehmensführung. „11 Messis oder 11 Ronaldos sind kein Team“, sagt er. „Es geht darum, Starspieler mit stillen, beständigen Leistungsträgern in Einklang zu bringen – genau wie in jedem Unternehmen.“ Der Fußball lehrte ihn Resilienz, den Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und die emotionale Achterbahnfahrt aus Rückschlägen und Siegen. „Ich versuche immer, meine Leute zum Sport zu bewegen und sage ihnen: Lernt daraus.“  

Führung in der Krise: Die Corona-Callcenter-Entscheidung

Einer von Svobodas prägenden Momenten ereignete sich während der Pandemie. Als Leiter des Corona-Krisenteams der UNIQA traf er die Entscheidung, 600 Callcenter-Mitarbeiter nach Hause zu schicken – ein Schritt, der zuvor noch nie erprobt worden war. „Wer auf der Welt hätte eine solche Entscheidung getroffen, wenn es COVID nicht gegeben hätte?“, sinniert er. Diese Erfahrung habe seine Sicht auf Risiken verändert: „Wo Risiken sind, gibt es Chancen.“  

Branchendynamik: Kundenorientierte Transformation inmitten aufkommender Risiken

Svoboda skizziert die wichtigsten Trends, die die Versicherungsbranche heute beeinflussen:  

  • Kundenorientierung: Digitale Transparenz und KI verändern die Art und Weise, wie Versicherer mit Kunden interagieren, die mittlerweile gut informiert sind und maßgeschneiderte Lösungen erwarten.  
  • Aufkommende Risiken: Geopolitische Spannungen, Klimawandel, Cyberbedrohungen und demografische Veränderungen gestalten die Risikolandschaft neu.  
  • Regionale vs. globale Akteure: Die regionale Agilität der UNIQA ermöglicht eine schnellere Anpassung, auch wenn die Diversifizierung im Vergleich zu globalen Versicherern begrenzter ist.  

Die Erfolgstory Mittel- und Osteuropas

Die Expansion der UNIQA in Mittel- und Osteuropa durch mehr als 20 Akquisitionen seit den 2000er Jahren spiegelt das rasante Wirtschaftswachstum der Region wider, das in den letzten Jahren jenes von Westeuropa und sogar Asien übertroffen hat. Länder wie Polen, die Tschechische Republik und Ungarn bieten ein erhebliches Potenzial, angetrieben von der industriellen Entwicklung und steigenden Konsumausgaben.  

Digitalisierung und KI: Herausforderungen und Chancen

 „Die Versicherungsbranche ist extrem schnell, aber andererseits auch extrem traditionell“, spricht Svoboda eine spannende Herausforderung an. Die Digitalisierung schreitet in der Versicherungsbranche üblicherweise nur langsam voran, vor allem aufgrund der Beziehungen zwischen Vermittlern und Kunden sowie der Frage, wem ein Kunde eigentlich „gehört“. Die UNIQA hat mit ihrem Portal „my UNIQA“ einen bedeutenden Schritt in diese Richtung gemacht und erleichtert es den Kunden, ihre Polizzen und Schadensfälle zu verwalten. Svoboda sieht in der KI das Potenzial für hochgradig personalisierte Polizzen und eine optimierte Schadensabwicklung, was Effizienz und Kundenzufriedenheit steigern würde. Es gebe aber Widerstände aufgrund der Mentalität in Österreich, wo nur 2 % der Versicherungen online abgeschlossen werden – im Gegensatz zu den digital fortschrittlicheren CEE-Märkten.  

Zukünftige Innovationen: Eingebettete Versicherungen, Gesundheitsökosysteme und KI

Svoboda prognostiziert, dass Versicherungen zunehmend in andere Dienstleistungen (z. B. Reisen, Autokauf) eingebettet werden und so nahtlose „Insurance as a Service“-Erlebnisse schaffen. Er erwartet, dass sich das Krankenversicherungssegment zu einem umfassenderen „Ökosystem“ entwickelt, dessen Schwerpunkt auf Prävention und nicht nur auf Behandlung liegt. KI wird seiner Meinung nach die Betrugsaufdeckung, die Prozessstandardisierung und die Geschwindigkeit revolutionieren, wobei die menschliche Aufsicht jedoch unverzichtbar bleibt.  

Trotz des Aufstiegs der KI betont Svoboda, dass sie als „Copilot“ dienen wird, nicht als Ersatz. Die menschlichen Rollen in den Bereichen Vertrieb, Compliance, Technologie, Finanzen und Risikomanagement werden sich weiterentwickeln, aber weiterhin entscheidend sein. Er vergleicht dies mit früheren technologischen Umbrüchen und betont, dass Anpassungsfähigkeit der Schlüssel zum Überleben sei.  

UNIQAs Engagement für Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit sei bei der UNIQA mehr als nur ein Schlagwort, betont Svoboda. Er kritisiert, dass sich die Branche anfangs eher auf das Reporting als auf das Handeln an sich konzentriert habe. Stattdessen strebe die UNIQA danach, durch nachhaltige Produkte und Risikomanagement echten Mehrwert zu schaffen, und investiert massiv in grüne Infrastruktur. „Der Renditeunterschied zwischen nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Investitionen ist vernachlässigbar“, hält er fest und möchte damit beweisen, dass Sinnhaftigkeit und Rentabilität Hand in Hand gehen können.  

Ratschläge für die nächste Generation

Svoboda fordert junge Menschen dazu auf, Medienberichte kritisch zu hinterfragen und selbstständig zu denken. „Verlasst euch nicht auf alles, was die Medien sagen. Denkt kritisch. Sagt eure Meinung.“ Er ermutigt sie, ein Umfeld zu finden, in dem sie sich wohlfühlen, und weiterzuziehen, wenn dies nicht der Fall ist. „Es ist euer Leben, eure Situation“, sagt er abschließend.   

Hören Sie mehr von den Top-Führungskräften der Geschäftswelt in unseren bisherigen Folgen:

Hier können Sie sich unsere vorherigen Episoden ansehen: 

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