Moderne Zahlungsabwicklung: Smart und funktional
Die Raiffeisen Bank International begleitet die INGKA Group, den größten IKEA-Franchisenehmer mit über 300 Filialen weltweit, bei der Implementierung eines neuen Reportingsystems für Kartenzahlungen in acht Märkten der CEE-Region. Im Interview gibt Samuel Langsford, bei INGKA im Group Treasury als Inbound Payments Specialist tätig, Einblicke in den Prozess.
Können Sie die Eckpunkte des neuen Reporting- und Reconciliation-Systems erläutern?
Wir haben eine operative Transformation eingeleitet, um Geldflüsse und Reports zu vereinfachen und zu digitalisieren. Unseren Partnern wurde die Aufgabe gestellt, tägliches, automatisiertes Reporting auf Transaktionsebene zu liefern, was unsere Reconciliation optimiert und manuelle Eingriffe reduziert. Dies erhöht die Datenqualität und identifiziert „Data Leaks“. Früher nutzten wir Batch-Level-Reconciliation jetzt verwenden wir eine automatische Multipoint-Reconciliation, die die gesamte Strecke vom Verkauf bis zum Kontoeingang abdeckt. Unsere umfangreiche Zusammenarbeit mit der RBI basierte zunächst auf deren robuster Plattform und Engagement zur Nachhaltigkeit.
Welche konkreten Vorteile bringt die neue Lösung und was zeichnet die Zusammenarbeit mit der RBI aus?
Wir schätzen besonders, wie detailliert die Daten von der RBI zur Verfügung gestellt werden, was sehr spezifische Analysen ermöglicht und sie von etlichen Mitbewerbern unterscheidet. Wir konnten neben der angestrebten Vereinfachung und Digitalisierung auch Prozessoptimierungen identifizieren, die zuvor nicht erkennbar waren. Dadurch wird die Effizienz unseres Setups in verschiedenen Märkten stark verbessert. Wir planen daher, die erhaltenen Daten für weiterführende Analysen zu nutzen und unsere Organisation durch „Paymentdata-As-A-Service“ zu unterstützen.
Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht für Händler, bei der Zahlungsabwicklung und beim Reporting immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein?
Unsere Transformation ist ein notwendiger Schritt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Chancen wie KI werden ohne zeitnahe und hochqualitative Datennutzung nicht realisiert werden können. Manuelles Reporting und finanzielle „Lecks“ werden Themen der Vergangenheit sein, während Unternehmen konsequent auf Vereinfachung, Standardisierung und Digitalisierung der Back-End-Operations drängen. Diejenigen, die dies nicht tun, werden kaum effizient genug sein, profitabel weiterzumachen. In diesem Sinne müssen die Dienstleister automatisiertes Reporting schon jetzt als einen Hygienefaktor betrachten, der nicht unbedingt zu Neugeschäft führt, aber den Verlust von Kunden verhindert. Händler, die noch nicht auf dieser Reise sind, sollten jetzt ihre Dienstleister kontaktieren, um in dieser neuen Welt gemeinsam zumindest schrittzuhalten, besser noch, sie mitzugestalten. Transformation ist ein permanenter Prozess, den man entweder selbst vorantreibt, oder dem man zusieht, wie er einen hinter sich lässt.