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Fünf Geschäftsleute sitzen auf der Bühne zu einer Podiumsdiskussion. Sie sitzen auf modernen Stühlen unter hellem Bühnenlicht, im Vordergrund ist ein großes Publikum zu sehen. Der Hintergrund besteht aus einem tiefblauen Vorhang mit vertikalen Bannern, auf denen „LIVE 360°“ steht. Bunte Blumenarrangements und ein Schlagzeug sind an den Seiten der Bühne platziert und verleihen der Veranstaltung eine ansprechende Optik.

Eindrücke von der PostTrade 360° und Ausblick auf Sibos

Post-Trade rückt ins Rampenlicht, während Technologie, Resilienz und Vereinfachung seine Rolle an den Kapitalmärkten neu prägen. Ausgehend von den Eindrücken der Delegation von RBI Group Prime Services bei der PostTrade 360° in Stockholm beleuchten wir, wohin sich die Branche entwickelt und welche Fragen wir mit zur Sibos nach Miami nehmen.

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Von Stockholm nach Miami: Post-Trade rückt ins Rampenlicht

Vor zehn Jahren wurde Post-Trade vor allem unter den Gesichtspunkten Kosten, Effizienz und Risikoreduktion diskutiert. Heute wird es zunehmend als wertschöpfende Geschäftsfunktion und als wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur anerkannt, auf die die Kapitalmärkte angewiesen sind.

Dieser Wandel war einer der deutlichsten Eindrücke, die unsere Delegation von RBI Group Prime Services vom diesjährigen PostTrade 360° Event in Stockholm mitnahm. In Panels, Präsentationen und Gesprächen mit Kolleg:innen erlebten wir eine Branche, die sich ihrer strategischen Rolle immer bewusster wird und ambitionierter in die Zukunft blickt.

Post-Trade beginnt zwar nach der Ausführung einer Transaktion, seine Bedeutung reicht jedoch weit über die reine Abwicklung hinaus. Er unterstützt den Marktzugang, schützt Vermögenswerte, ermöglicht Liquidität und hilft Kund:innen, sich in zunehmend komplexen Märkten zurechtzufinden. Funktioniert er gut, kann das Kund:innenbeziehungen stärken und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Funktioniert Post-Trade nicht, können sich die Folgen auf das gesamte Finanzsystem auswirken.

Post-Trade unterstützt das Geschäft daher nicht mehr nur. Er wird selbst zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Geschäfts.

Eine Gruppe von fünf Geschäftsleuten posiert gemeinsam auf einer Konferenz. Sie tragen formelle Geschäftskleidung, Namensschilder und Lanyards sind gut sichtbar. Im Hintergrund ist eine große blaue Veranstaltungswand mit Texten zu sehen, die auf internationale Konferenzen und Termine, darunter das Jahr 2029, hinweisen. Die Szenerie vermittelt den Eindruck eines professionellen Netzwerkumfelds in einem modernen Kongresssaal.

Vom Kostenfaktor zur Wertschöpfung

Dieser Wahrnehmungswandel hat sich schrittweise entwickelt. Die Kapitalmärkte sind stärker miteinander vernetzt, die Transaktionsvolumina sind gestiegen und die regulatorischen Anforderungen anspruchsvoller geworden. Gleichzeitig erwarten Kund:innen mehr Transparenz, einen schnelleren Zugang zu Informationen und ein nahtlosere Erfahrung über verschiedene Märkte hinweg.

Zuverlässiges Settlement und Asset-Servicing bleiben grundlegend, bilden heute aber den Ausgangspunkt und nicht mehr das gesamte Leistungsversprechen. Kund:innen erwarten darüber hinaus Marktexpertise, hochwertige Daten und praktische Unterstützung bei der Einordnung lokaler Anforderungen. Sie suchen Partner, die Komplexität reduzieren und einzelne Services zu einer schlüssigen Gesamtlösung verbinden können.

Hier kann Post-Trade Wert schaffen. Starke Kompetenzen können das Kund:innenerlebnis verbessern, den Zugang zu neuen Märkten unterstützen und zu langfristigem Geschäftswachstum beitragen. Was früher überwiegend als Kostenfaktor betrachtet wurde, entwickelt sich zunehmend zu einer wertschöpfenden Funktion und ist in manchen Geschäftsmodellen sogar ein eigenständiges Profit-Center.

Diese Entwicklung verändert auch die Wahrnehmung von Post-Trade innerhalb von Finanzinstituten. Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Expertise dienen nicht mehr nur dazu, operative Kosten zu senken. Zunehmend geht es darum, Kompetenzen aufzubauen, die Wettbewerbsfähigkeit und künftiges Wachstum unterstützen.

In einem modernen Konferenzraum mit großen Glasfenstern sitzt eine Gruppe von Geschäftsleuten auf einer Bühne zu einer Podiumsdiskussion. Die Teilnehmer sitzen den Rednern zugewandt und verfolgen den Vortrag. Zwei große Bildschirme zeigen den Schriftzug „PSI TRADE™ 2026“ sowie Diagramme und Informationen. Durch die Fenster bietet sich ein Blick auf die Küstenlandschaft und den bewölkten Himmel, wodurch der Raum mit natürlichem Licht erhellt wird.

Das Potenzial von KI in praktischen Nutzen überführen

Künstliche Intelligenz und Automatisierung gehörten zu den prägendsten Themen in Stockholm. Die Diskussionen wirkten jedoch anders als noch vor einigen Jahren.

Die Branche beginnt, über die Frage hinauszugehen, was KI eines Tages ermöglichen könnte. Heute stehen konkretere Fragen im Mittelpunkt: Wo kann sie ein reales Problem lösen? Wie lässt sich ihr Nutzen messen? Und wie kann sie verantwortungsvoll in Prozesse integriert werden, in denen Genauigkeit, Kontrolle und Vertrauen entscheidend sind?

Post-Trade bietet zahlreiche mögliche Anwendungsfelder. Die Prozesse erzeugen große Datenmengen und umfassen häufig Abstimmungen, die Bearbeitung von Ausnahmen und operative Entscheidungen über mehrere Systeme und Organisationen hinweg. KI und Automatisierung könnten helfen, Muster früher zu erkennen, die Datenqualität zu verbessern und Fachleuten zu ermöglichen, sich auf jene Fälle zu konzentrieren, die ihre Expertise tatsächlich erfordern.

Es reicht jedoch nicht aus, einzelne manuelle Schritte durch Technologie zu ersetzen. Die größere Chance liegt darin, den Prozess als Ganzes zu betrachten und zu identifizieren, wo Technologie ihn einfacher, schneller und zuverlässiger machen kann.

An diesem Punkt kommt auch die operative Resilienz ins Spiel. Je stärker Finanzmärkte von miteinander vernetzten Systemen und automatisierten Prozessen abhängen, desto wichtiger ist es, dass diese Systeme sicher, verfügbar und verlässlich bleiben. KI und Automatisierung können zentrale Treiber der nächsten Entwicklungsphase der Branche sein. Ob dieser Fortschritt nachhaltig ist, wird jedoch von der Resilienz abhängen.

Innovation und Resilienz können daher nicht länger als getrennte Zielsetzungen betrachtet werden. Die Herausforderung besteht darin, beides gleichzeitig voranzutreiben.

Mehr Bedeutung bringt mehr Verantwortung

Der strategische Bedeutungsgewinn von Post-Trade hat eine weitere Folge: eine stärkere regulatorische Aufmerksamkeit.

Das überrascht kaum. Da Post-Trade-Funktionen für die Marktstabilität immer wichtiger werden, gewinnt ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen auch über die Branche hinaus an Bedeutung. Operative Resilienz, Cybersicherheit, Settlement-Effizienz und Risikomanagement sind längst keine Spezialthemen mehr, die nur in Operations-Teams diskutiert werden. Sie sind zu Fragen für das Senior-Management, die Aufsichtsbehörden und den breiteren Markt geworden.

Es wäre naheliegend, diese Entwicklung lediglich als zusätzliche Compliance-Belastung zu betrachten. Sie zeigt jedoch auch, wie grundlegend sich die Rolle der Branche verändert hat. Die Aufsichtsbehörden richten ihren Blick stärker auf Post-Trade, weil es einflussreicher und für das Funktionieren der Kapitalmärkte kritischer geworden ist.

Mit diesem Einfluss geht Verantwortung einher. Die Branche muss weiter innovativ sein, dabei aber auf Betriebsmodelle setzen, die transparent, gut gesteuert und resilient sind.

Ein pragmatischer Blick auf T+0

Die Debatte über kürzere Settlement-Zyklen war ein gutes Beispiel für den zunehmend pragmatischen Ansatz der Branche.

Während sich die Märkte weiter an beschleunigtes Settlement anpassen, richtet sich die Aufmerksamkeit bereits auf die Möglichkeit von T+0. Aus technologischer Sicht mag die Abwicklung am selben Tag als logischer nächster Schritt erscheinen. Aus Sicht institutioneller Investoren ist die Lage jedoch komplexer.

Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob T+0 technisch möglich ist. Entscheidend ist, ob der zusätzliche Nutzen den Umfang der erforderlichen Investitionen und operativen Veränderungen im gesamten Markt rechtfertigen würde.

Unser Eindruck aus den Diskussionen in Stockholm war von Zurückhaltung geprägt. Für viele institutionelle Marktteilnehmer scheint der gegenwärtige Bedarf die erforderlichen Investitionen nicht zu rechtfertigen. Finanzierungsmodelle, Devisenprozesse, Zeitzonenunterschiede und bestehende Betriebsstrukturen müssten allesamt berücksichtigt werden. Nutzen und Kosten wären zudem nicht gleichmäßig über den Markt verteilt.

Das bedeutet nicht, dass Settlement-Prozesse unverändert bleiben sollten. Im Gegenteil: Die Branche sollte ihre Effizienz weiter steigern und Risiken reduzieren. Fortschritt sollte jedoch von einem klaren Business-Case und einem realistischen Verständnis der Bedürfnisse von Kund:innen geleitet sein, nicht allein vom Streben nach Geschwindigkeit.

Bevor eine weitere Beschleunigung mit erheblichen Kosten verfolgt wird, könnte ein größerer und unmittelbarer Nutzen darin liegen, die bereits bestehenden Prozesse zu vereinfachen.

Vereinfachung als strategische Priorität

Damit kommen wir zur vielleicht konsistentesten Botschaft der PostTrade 360°: Prozesse müssen stärker vereinheitlicht und optimiert werden.

Die Post-Trade-Landschaft bleibt fragmentiert. Marktpraktiken, Datenformate, lokale Anforderungen und operative Prozesse unterscheiden sich weiterhin je nach Rechtsraum und Infrastruktur. Jede Abweichung mag historisch begründet sein, in ihrer Gesamtheit führt sie jedoch zu Komplexität, Kosten und operativen Risiken.

Technologie kann helfen, diese Komplexität zu bewältigen. Sie sollte jedoch nicht dazu dienen, ineffiziente Prozesse auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten. Die Branche muss sich auch fragen, ob diese Prozesse harmonisiert, standardisiert oder abgeschafft werden können. Eine bessere Interoperabilität und konsistentere Marktpraktiken würden nicht nur Effizienzgewinne schaffen. Sie würden auch eine stärkere Grundlage für Automatisierung, KI und künftige Innovationen bilden.

Das ist wichtig, weil Innovation dann den größten Wert schafft, wenn Kund:innen den Unterschied spüren. Eine neue Technologie mag beeindruckend sein. Ihr tatsächlicher Wert liegt jedoch darin, einen Prozess verständlicher, leichter zugänglich oder zuverlässiger in der Nutzung zu machen.

Bei RBI Group Prime Services entspricht dieser Gedanke sehr stark unserem eigenen Ansatz. Nachhaltiger Fortschritt entsteht, indem ein unnötiger Schritt entfernt, bestehende Kompetenzen besser miteinander verbunden oder ein komplexer Prozess für Kund:innen einfach gestaltet wird.

Eine Community wird internationaler

Ein weiterer Eindruck aus Stockholm war, dass sowohl die Branche als auch die sie begleitenden Diskussionen immer internationaler werden. Post-Trade mag rund um einzelne Märkte und Infrastrukturen organisiert sein, seine drängendsten Herausforderungen überschreiten jedoch zunehmend nationale und regionale Grenzen. KI, Resilienz, beschleunigtes Settlement, regulatorischer Wandel und Prozessharmonisierung können nicht mehr aus einer rein lokalen Perspektive betrachtet werden.

Mit der wachsenden strategischen Bedeutung von Post-Trade dürfte auch die Community rund um die PostTrade 360° weiterwachsen. In den kommenden fünf Jahren hat die Veranstaltung das Potenzial, sich zu einem noch internationaleren Forum zu entwickeln, das Perspektiven aus einem breiteren Spektrum von Märkten und Institutionen zusammenführt.

Diese Entwicklung wäre wertvoll. Viele Herausforderungen der Branche sind ähnlich, auch wenn sie sich lokal unterschiedlich zeigen. Mehr internationale Perspektiven können helfen, Gemeinsamkeiten zu erkennen und Lösungen zu fördern, die im gesamten Ökosystem funktionieren.

Was wir von der Sibos mitnehmen möchten

Während die Eindrücke aus Stockholm noch frisch sind, richtet sich unser Blick nun auf die Sibos-Konferenz. Für RBI Group Prime Services ist die Sibos eine Gelegenheit, unsere Beobachtungen mit einer breiteren internationalen Perspektive abzugleichen und zu verstehen, welche Entwicklungen sich von einer Ambition der Branche hin zur praktischen Umsetzung bewegen.

Das offizielle Motto „Digital finance for AI-driven economies“ knüpft eng an viele der bei der PostTrade 360° aufgeworfenen Fragen an. Für uns wird es bei der Sibos jedoch nicht darum gehen, KI isoliert zu diskutieren. Wir wollen verstehen, was die Technologie in der Praxis für unsere Kund:innen, unsere Partner:innen und die Infrastruktur bedeutet, die die Finanzmärkte trägt.

Wir möchten erfahren, wo künstliche Intelligenz bereits messbaren Nutzen schafft und wo die Erwartungen noch über das hinausgehen, was realistisch erreicht werden kann. Außerdem wollen wir verstehen, wie Institute mit Governance, Datenqualität und Verantwortlichkeit umgehen, wenn KI in operativ bedeutendere Bereiche vordringt.

Wir werden auch nach Signalen dafür suchen, wie die Branche Innovation und Resilienz in Einklang bringen will. Je stärker Systeme vernetzt und Prozesse automatisiert werden, desto mehr wird Vertrauen von der Fähigkeit abhängen, Stabilität und Kontrolle zu wahren. Erfolgreich werden nicht unbedingt jene Institute sein, die jede neue Technologie zuerst einsetzen. Es werden jene sein, die sie gezielt einführen, mit einem klaren Nutzen für Kund:innen und einem resilienten Betriebsmodell im Hintergrund.

Ebenso wichtig ist für uns die Frage, ob die Branche bereit ist, sich selbst zu vereinfachen. Technologien können sich schnell verändern, fragmentierte Prozesse und uneinheitliche Standards dagegen über Jahre bestehen bleiben. Echter Fortschritt erfordert mehr als Investitionen in einzelne Lösungen. Marktteilnehmer müssen zusammenarbeiten, Prozesse aufeinander abstimmen und Komplexität über Organisationsgrenzen hinweg angehen.

Vor allem bietet die Sibos uns die Gelegenheit zuzuhören. Gespräche mit Kund:innen und Partner:innen geben den klarsten Hinweis darauf, wo sich Prioritäten verändern, welche Herausforderungen ungelöst bleiben und wo sich unsere eigene Strategie weiterentwickeln muss.

Wir gehen mit klaren Standpunkten in diese Gespräche, zugleich aber mit der Offenheit, unsere Annahmen zu hinterfragen. Darin liegt der eigentliche Wert der Sibos: unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, die den nächsten Entwicklungsschritt mitgestalten können.

Das nächste Kapitel von Post-Trade

Der Weg von Stockholm zur Sibos spiegelt eine umfassendere Entwicklung wider, die in unserer gesamten Branche stattfindet. Vor zehn Jahren bestand die zentrale Herausforderung für Post-Trade in der Effizienz. Heute geht es darum, die richtige Balance zwischen Effizienz, Intelligenz und Resilienz zu finden.

KI und Automatisierung können dazu beitragen, dass die Branche effektiver arbeitet. Eine stärkere Standardisierung kann Reibungsverluste reduzieren und bessere Grundlagen für Innovation schaffen. Resiliente Infrastrukturen können das Vertrauen sichern, auf das die Kapitalmärkte angewiesen sind. Keine dieser Entwicklungen wird jedoch isoliert ihr volles Potenzial entfalten.

Das nächste Kapitel von Post-Trade erfordert, dass Technologie, Expertise und Zusammenarbeit gemeinsam voranschreiten. Zugleich muss die Branche auf das Ergebnis fokussiert bleiben, das letztlich am wichtigsten ist: einen spürbaren Mehrwert für Kund:innen zu schaffen und Kapitalmärkte zu unterstützen, die effizient, sicher und zugänglich sind.

Post-Trade mag früher weitgehend hinter den Kulissen gearbeitet haben. Heute rückt es ins Rampenlicht. Seine grundlegende Aufgabe hat sich nicht verändert, doch der Markt hat nun erkannt, wie unverzichtbar diese Aufgabe immer schon war.