Christian Skopek
Head of Corporate Sales
Unternehmen, die in CEE-Ländern aktiv sind oder planen, in diese attraktiven Märkte zu expandieren, müssen sich mit Devisen (FX) und den damit verbundenen Risiken auseinandersetzen. Wir haben unseren Experten für Absicherung (Hedging) und Risikomanagement, Christian Skopek, gefragt, wie FX- und Zinsrisiken effizient abgesichert werden können und warum es ratsam ist, einen erfahrenen lokalen Partner für diese Herausforderungen zu haben.
Die meisten Länder in der CEE-Region haben ihre eigenen Währungen und Zentralbanken mit unabhängigen Zinspolitiken. Unternehmen müssen daher sorgfältig abwägen, wie sie Währungsrisiken im grenzüberschreitenden Handel mit Waren oder Dienstleistungen und bei der konzerninternen Finanzierung managen, sowie ob und wie sie Zinsrisiken bei der Finanzierung lokaler Projekte absichern. Wechselkursvolatilität oder steigende Zinsen bei variabler Finanzierung können schnell Auswirkungen auf die Budgetierung und letztlich auf die Rentabilität haben.
Wenn richtig angewendet – und unter voller Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken und Chancen – kann effektive Risikoabsicherung zu höherer Planungssicherheit und einem verbesserten Risikomanagement beitragen : Unternehmen mit einer gut durchdachten Absicherungsstrategie können die Auswirkungen von Währungsschwankungen oder plötzlichen Zinssteigerungen minimieren. Dies ermöglicht ihnen, sich auf ihre Kernprioritäten zu konzentrieren. Dementsprechend ist Hedging, wenn es richtig gemacht wird, oft ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Risikomanagements und verbesserter Kapitalbereitstellung.
Eines der Schlüsselelemente der Absicherung von Wechselkurs- und Zinsrisiken ist die Reduzierung der Cashflow-Variabilität. Hedging beseitigt das Risiko zwar nicht vollständig, aber transformiert und steuert es auf eine besser vorhersehbare Weise.
Dies wird umso wichtiger, je höher der Anteil der Forderungen oder Verbindlichkeiten in Fremdwährung im Verhältnis zum Gesamtumsatz ist. Fragen wie „Was ist mein Nettorisiko? Wann sind die Zahlungen fällig? Welche Absicherungsinstrumente sind für mein Unternehmen geeignet? Wird das Hedging vom Head-Office oder dezentral durchgeführt?“ sind integraler Bestandteil der Entwicklung einer Absicherungsstrategie, ebenso wie die konsequente Einhaltung der implementierten Regeln.
Fundierte Kapitalmarktexpertise, kombiniert mit regionaler Erfahrung und einer starken lokalen Präsenz – unterstützt durch die Research-Berichte unserer Analyst:innen – ist entscheidend für eine effektive Absicherung. Regulatorische Rahmenbedingungen und Marktdynamiken können sich in den CEE-Märkten erheblich unterscheiden.
Lokale Banken bieten unschätzbare Unterstützung bei der Navigation durch dieses komplexe und dynamische Umfeld, indem sie ihr tiefes Verständnis für lokale Vorschriften, Gepflogenheiten und Marktpraktiken nutzen. Darüber hinaus kann die Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner die Transaktionskosten und rechtlichen Risiken im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Geschäften reduzieren. Durch unsere Tochterbanken in CEE nutzen wir unser Netzwerk und unsere Präsenz, um unseren Kunden effektivere und effizientere Absicherungslösungen zu bieten.
Eine allgemeingültige Absicherungsstrategie gibt es nicht. Absicherungsansätze müssen auf die spezifischen Umstände jedes Unternehmens, die organisatorische Struktur, den Markt, die Expertise und das Risikoprofil zugeschnitten sein.
Unternehmen können von der Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern, die über spezialisiertes Fachwissen verfügen, profitieren. Gemeinsam mit externen Berater:innen können Unternehmen Kapitalstrukturen, Liquiditätspositionen und das Verhältnis von festen zu variablen Zinssätzen bewerten und optimieren. Die Peer-Group-Analysen unseres Data & Solutions-Teams bieten wertvolle neue Perspektiven. Darüber hinaus können Überlegungen zur Bilanzierung die Auswahl und Nutzung von Absicherungsinstrumenten beeinflussen. Empirische Analysen ermöglichen es Expert:innen, die Eignung verschiedener Instrumente unter unterschiedlichen Marktbedingungen zu bewerten und fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Selbst Unternehmen mit eigenen Risikomanagement-Teams profitieren von externer Zusammenarbeit, die den Austausch von Ideen und neuen Sichtweisen fördert. In einem sich ständig weiterentwickelnden Marktumfeld kann eine detaillierte Analyse der CEE-Renditekurven neue Chancen aufzeigen und Unternehmen helfen, Volatilität effektiver zu bewältigen. Idealerweise fördert dieser Prozess auch eine Neubewertung festgefahrener Annahmen bezüglich Absicherungsstrategien.
Letztendlich geht es bei einer disziplinierten Absicherungsstrategie nicht darum, Risiken zu vermeiden, sondern sie proaktiv zu managen, um Margen zu schützen, strategische Entscheidungen zu ermöglichen und nachhaltiges Wachstum zu unterstützen.
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