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Im Zeitalter der KI setzt die RBI auf Relationship Banking

Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Unternehmen und institutionelle Kunden mit ihren Banken interagieren. Sabine Zucker, Head of Group Transaction Banking, und Elitza Kavrakova, Group Head Institutional Clients bei der Raiffeisen Bank International (RBI), erläutern, warum KI das Relationship Banking stärken und nicht ersetzen wird.

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KI verändert das Banking rasant. Was sind die größten Herausforderungen und Chancen für Kunden und Finanzinstitute?

Elitza Kavrakova: Die größte Herausforderung besteht heute nicht mehr darin, ob Organisationen KI einsetzen sollten, sondern wie sie das verantwortungsvoll und effektiv tun können. Finanzinstitute und Unternehmen müssen die richtige Balance zwischen Innovation, regulatorischen Anforderungen, Cybersicherheit und Data Governance finden.

Gleichzeitig besteht das reale Risiko, sich zu stark auf KI zu verlassen. Obwohl KI Effizienz und Entscheidungsfindung erheblich verbessern kann, sollte sie ein Co-Pilot und kein Autopilot sein. Menschliches Urteilsvermögen, Verantwortlichkeit und kritisches Denken bleiben unverzichtbar, insbesondere in Bereichen wie Risikomanagement und Compliance.

Trotz der rasanten Digitalisierung schätzen Kunden weiterhin den persönlichen Austausch. Technologie kann das Kundenerlebnis verbessern, doch vertrauensbasierte Beziehungen bleiben das Fundament des Bankings.

Wie verändern sich die Erwartungen der Kunden und was bedeutet das für das Relationship Banking?

Elitza Kavrakova: Die Anforderungen haben sich deutlich verändert. Gefragt sind heute Echtzeitzugriff auf Informationen, schnellere Ausführung, mehr Transparenz und ein proaktiverer Service seitens der Bankpartner.

Es geht dabei längst um mehr als den Zugang zu Informationen. Gefordert sind zunehmend verwertbare Erkenntnisse, die dabei helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen. Genau hier hat KI das Potenzial, die Rolle von Relationship Managern grundlegend zu verändern. Sie wird ihre Rolle weiterentwickeln – vom Informationslieferanten zum strategischen Berater. Anstatt Zeit mit der Sammlung und Aufbereitung von Informationen zu verbringen, können sie sich stärker darauf konzentrieren, KI-gestützte Erkenntnisse zu interpretieren, individuelle Bedürfnisse zu verstehen und Unternehmen durch ein zunehmend komplexes Umfeld zu begleiten.

Bei der RBI nutzen wir bereits datenbasierte Erkenntnisse, um die Betreuung unserer Kunden zu unterstützen. KI kann Relationship Managern helfen, Bedürfnisse besser zu verstehen, Chancen früher zu erkennen und passende Lösungen anzubieten. Dazu gehören beispielsweise Next-Best-Offer-Empfehlungen, datengetriebene Preisentscheidungen, eine effizientere Vorbereitung von Kundengesprächen und eine stärkere Betreuung nach dem Geschäftsabschluss.

Darüber hinaus kann KI relevante Entwicklungen frühzeitig identifizieren. Dadurch können Relationship Manager noch fundierter beraten und den Dialog gezielter gestalten.

Technologie kann die Zusammenarbeit stärken. Vertrauensvolle persönliche Beziehungen, Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen bleiben jedoch unersetzlich.

Wie verändert Technologie das Transaction Banking und die Kundenanbindung?

Sabine Zucker: Kunden legen zunehmend Wert auf eine reibungslose und nahtlose Interaktion mit ihrer Bank. Dafür braucht es eine starke Vernetzung zwischen Bankplattformen und den Treasury- oder Buchhaltungssystemen der Kunden. APIs spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie die Grundlage für eine durchgängige Vernetzung schaffen und zunehmend maßgeschneiderte Kundenerlebnisse ermöglichen.

Mit Blick nach vorne könnte die Integration von KI in das Transaction Banking eine neue Innovationswelle auslösen. Dazu zählen intelligenteres Liquiditätsmanagement, vorausschauende Cashflow-Prognosen und fortschrittliche Möglichkeiten zur Betrugsprävention.

Auch die Anforderungen der Kunden verändern sich rasant. Noch vor wenigen Jahren wurden Instant Payments von Unternehmen nur selten genutzt. Heute besteht zunehmend der Wunsch, jederzeit aktuelle Informationen über die eigene Liquiditätsposition zu erhalten, um schneller und fundierter entscheiden zu können.

Was wird in den kommenden Jahren über den erfolgreichen Einsatz von KI entscheiden?

Sabine Zucker: KI wird die Art und Weise, wie wir arbeiten, mit Sicherheit verändern. Die Herausforderung wird darin bestehen, die Vorteile, die KI bietet, bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen im Blick zu behalten.

Insgesamt bin ich überzeugt, dass KI uns im Arbeitsalltag erheblich unterstützen kann. Dennoch kann es von Vorteil sein, Ergebnisse auch mit menschlichem Urteilsvermögen zu hinterfragen und zu überprüfen.

Elitza Kavrakova: Ein erfolgreicher Einsatz von KI erfordert robuste Governance-Rahmenwerke, die Transparenz, Verantwortlichkeit, Datenschutz, Modellvalidierung und menschliche Aufsicht sicherstellen. KI kann die Entscheidungsfindung unterstützen, die Verantwortung muss jedoch stets beim Menschen bleiben.

Besonders spannend sind für uns Entwicklungen in den Bereichen Generative AI, Predictive Analytics, Ecosystem Banking über APIs sowie die fortschreitende Digitalisierung von Trade Finance und grenzüberschreitenden Transaktionen. Diese Technologien unterstützen Finanzinstitute dabei, den Wandel von reaktiven zu vorausschauenden Servicemodellen zu vollziehen.

Erfolgreich werden letztlich jene Institute sein, die Innovation mit Vertrauen, verantwortungsvoller Führung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Kunden verbinden. Das Erfolgsmodell der Zukunft wird die Kombination aus menschlichem Urteilsvermögen, vertrauensvollen Beziehungen und KI-gestützter Intelligenz sein.