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Wiederbelebung der Eigenkapitalfinanzierung in der Ukraine: Der Wandel hin zur depotgeführten Emission

Erfahren Sie, wie eine vorgeschlagene Reform in der Ukraine die Eigenkapitalfinanzierung durch eine vereinfachte, depotgeführte Aktienemission revolutionieren will. Diese Änderung könnte die Registrierungszeiten erheblich verkürzen, Kosten senken und neuen Finanzierungsmöglichkeiten für KMU und Start-ups den Weg ebnen. Erfahren Sie, wie dieser Wandel den Markt neu ausbalancieren und die Kapitalbildung in der Ukraine fördern kann.

  • By Bohdana Yefremova, Head of GPS Ukraine
  • Market Trends

Betrachtet man heute den ukrainischen Kapitalmarkt, wird ein Ungleichgewicht deutlich: Schuldinstrumente dominieren. Staatsanleihen binden einen erheblichen Teil der Liquidität, während Bankkredite die Hauptfinanzierungsquelle für Unternehmen bleiben. Eigenkapitalinstrumente hingegen haben sich nicht als bedeutender Kanal zur Kapitalbeschaffung etabliert.

Das aktuelle Umfeld – der Krieg, die Risiken – spielt eine Rolle, doch es gibt auch strukturelle Faktoren, die dieses Ergebnis im Laufe der Zeit geprägt haben. Einer davon ist der Prozess der Registrierung neuer Aktienemissionen, der seit mehr als zwei Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben ist. Er ist immer noch papierbasiert, erfordert die Interaktion mit der Nationalen Wertpapier- und Börsenkommission (NSSMC) sowie dem Nationalen Depot der Ukraine (NDU) und kann zwischen einem und drei Monaten dauern.

Für viele Unternehmen, insbesondere kleinere, ist das einfach zu viel. Eigenkapitalfinanzierung mag theoretisch attraktiv erscheinen, doch in der Praxis wird der Prozess als komplex, langsam und kostspielig wahrgenommen. Infolgedessen bleibt die Kapitalbeschaffung über Aktien begrenzt, was das Ungleichgewicht zwischen Fremd- und Eigenkapital auf dem Markt weiter verstärkt.

Gleichzeitig verfolgen größere Unternehmen oft einen anderen Weg. Im Laufe der Jahre haben mehrere bekannte ukrainische Emittenten – wie das in London notierte MHP oder Kernel und Astarta, die Warschau bevorzugen – Kapital im Ausland aufgenommen. Diese Märkte bieten vorhersehbarere Verfahren und breitere Investorenbasen, was sie zu einer praktischeren Option für die Eigenkapitalfinanzierung macht. Dies führt zu einem ungleichen Bild: Größere Unternehmen können internationale Märkte nutzen, während kleinere Unternehmen weiterhin auf inländische Finanzierung, hauptsächlich Bankkredite, angewiesen sind.

Eine im April 2026 von NSSMC und NDU vorgestellte Reform könnte einen wichtigen Schritt zur Lösung einiger dieser Probleme darstellen. Die Idee besteht darin, die Primärregistrierung von nicht-öffentlichen Aktienausgaben auf das Nationale Zentralverwahrungsinstitut der Ukraine zu übertragen und das Genehmigungsverfahren durch ein benachrichtigungsbasiertes Modell über die Marktinfrastruktur zu ersetzen. Anstatt ein langwieriges Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, würden Emittenten die Unterlagen über eine einzige Anlaufstelle – das zentrale Depot (NDU) – einreichen. Eine Aktienemission gilt als registriert, sobald das Depot eine Registrierungsnummer vergibt.

Wichtig ist, dass sich die Reform auf nicht-öffentliche Platzierungen mit einer vordefinierten Investorengruppe konzentriert. Dies ist ein risikoärmeres Format und gleichzeitig das relevanteste für KMU und die Kapitalbeschaffung in der Frühphase. Aus operativer Sicht könnte die Auswirkung sehr greifbar sein. Ein Prozess, der früher Monate dauerte, könnte auf einen deutlich kürzeren Zeitraum verkürzt werden, mit weniger Schritten und einem vollständig digitalen Workflow, der wiederholte Einreichungen und parallele Interaktionen mit verschiedenen Institutionen eliminiert. Wichtig ist, dass die Initiative den gesamten Emissionszyklus abdeckt und nicht nur den technischen Registrierungsschritt, wodurch die Markteinführungszeit effektiv auf etwa eine Woche reduziert wird. Gleichzeitig spiegelt die Reform einen allmählichen Wandel im regulatorischen Ansatz wider – von der Abhängigkeit von Vorabgenehmigungen hin zu einer risikobasierten Aufsicht nach der Emission. Dies entspricht eher den Praktiken vieler europäischer Märkte.

Wenn die Reform umgesetzt wird, könnte die Aktienemission für Unternehmen zugänglicher werden, die bisher effektiv von dieser Finanzierungsquelle ausgeschlossen waren. Sie könnte auch einen Weg von Privatplatzierungen zu öffentlichen Märkten eröffnen. Die Rolle des zentralen Depots entwickelt sich in diesem Zusammenhang ebenfalls weiter und wird direkter in den Prozess der Kapitalbildung eingebunden, anstatt auf Nachhandelsfunktionen beschränkt zu bleiben.

Die Reform befindet sich noch in der Vorschlagsphase und erfordert gesetzliche Änderungen, wobei eine Umsetzung bereits im nächsten Jahr diskutiert wird. Im weiteren Kontext fügt sie sich in laufende Bemühungen ein, die Infrastruktur des ukrainischen Kapitalmarkts zu modernisieren und die Kapitalbeschaffung besser zu unterstützen.

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