Was Kunden heute von einer FX-Bank erwarten
Was erwarten Kunden heute von einer FX-Bank? Experten der RBI sprechen über Preise, Risikomanagement, lokale Expertise, Technologie und die Zukunft von FX-Services.
Nachdem die Raiffeisen Bank International (RBI) als beste FX-Bank in CEE, Österreich und Serbien ausgezeichnet wurde, sprechen die FX-Experten der RBI, Rainer Bunz und Martina Zimmerl, sowie Aleksandra Maksimovic von der Raiffeisen banka in Serbien darüber, was Kunden heute von ihren Bankpartnern erwarten, wie lokale Expertise mit einer gruppenweiten Infrastruktur verbunden wird und wie Technologie FX-Services künftig verändern könnte.
Was ist Kunden heute bei ihrem FX-Partner wichtig, und welche Unterschiede gibt es zwischen den Kundensegmenten?
Rainer Bunz: Für Kunden zählen letztlich vor allem drei Dinge: verlässliche Preise, gesicherte Liquidität und eine konsistente Ausführung. Diese Faktoren haben weiter an Bedeutung gewonnen, da die Märkte zunehmend elektronisch und stärker miteinander vernetzt sind.
Diese grundlegenden Erwartungen sind in allen Segmenten ähnlich. Wie Kunden FX-Services nutzen, unterscheidet sich jedoch deutlich. Institutionelle Kunden legen besonderen Wert auf Ausführungsqualität, Marktzugang, Liquiditätsbereitstellung und Konnektivität. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass Preise auch in volatilen Marktphasen wettbewerbsfähig und tatsächlich ausführbar bleiben. Für Firmenkunden stehen Risikomanagement, Beratungskompetenz und eine langfristige Partnerschaft stärker im Vordergrund. Ihr Erfolg bemisst sich häufig weniger an einer einzelnen Transaktion als daran, wie wirksam sie ihre Währungsrisiken langfristig steuern können.
Für Privatkunden sowie kleine und mittlere Unternehmen ist die digitale Integration von FX-Services in ihre Onlinebanking-Angebote mittlerweile eine Grundvoraussetzung. Sie erwarten Echtzeitkurse, einfache Abläufe, unmittelbare Verfügbarkeit, Transparenz und einen intuitiven digitalen Zugang.
Wie haben sich die Prioritäten der Kunden in den vergangenen drei bis fünf Jahren verändert?
Aleksandra Maksimovic: Die größte Veränderung besteht darin, dass wettbewerbsfähige Preise allein nicht mehr ausreichen. Schnelligkeit, Digitalisierung und eine reibungslose Ausführung sind zu grundlegenden Erwartungen geworden. Gleichzeitig hat die jüngste Marktvolatilität die Nachfrage nach Risikomanagement und Beratung erhöht. Da Kunden heute umfassenderen Zugang zu Echtzeitinformationen, Analysen und Research haben, suchen sie zunehmend nach maßgeschneiderten Lösungen sowie einem vertrauenswürdigen Partner, der sie bei der Bewältigung komplexer Marktbedingungen unterstützt.
Martina Zimmerl: Kunden möchten FX-Services zunehmend in ihre übergeordneten Treasury-, Absicherungs- und Zahlungsprozesse integrieren.Gemeinsam mit Group CIB Business Transformation haben wir kürzlich Experteninterviews mit mehr als 20 großen Firmenkunden geführt, um ihre konkreten Herausforderungen besser zu verstehen. Die Ergebnisse werden uns dabei helfen, gezielt auf die Probleme der Kunden einzugehen und unser Angebot weiterzuentwickeln.
Die RBI betreut Kunden in einem vielfältigen Netzwerk von Märkten. Wie greifen lokale Expertise und regionale Vernetzung ineinander, um Kunden in der gesamten Gruppe zu unterstützen?
Aleksandra Maksimovic: Die RBI verbindet fundierte lokale Marktkenntnis mit den Möglichkeiten einer international tätigen Bankengruppe. Die Teams vor Ort kennen das regulatorische Umfeld, die Bedürfnisse der Kunden und die jeweiligen Marktdynamiken. Gleichzeitig eröffnet die Gruppe den Zugang zu internationalen Märkten, spezialisierter Expertise und Unterstützung bei komplexeren Transaktionen.
Rainer Bunz: Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Integration unserer lokalen Market-Making-Kompetenz. Zentrale Market Maker in Rumänien, Tschechien und Ungarn können ihre lokalen FX-Spot-Positionen über die Bücher der RBI in Österreich steuern. Damit verbinden wir ihre Nähe zum jeweiligen Interbankenmarkt mit der Kapazität der Konzernbilanz und einem gemeinsamen Risikorahmen. Kunden erhalten dadurch eine Betreuung vor Ort und spezialisierte regionale Expertise, unterstützt durch die Infrastruktur und Liquidität eines integrierten, gruppenweiten FX-Geschäfts.
Viele internationale Banken bieten FX-Services an. Was unterscheidet das integrierte FX-Modell der RBI, und wie trägt die zentrale Preisbildungsinfrastruktur zu einem einheitlichen Kundenerlebnis in den verschiedenen Märkten bei?
Rainer Bunz: Die RBI betreibt ein integriertes FX-Ökosystem und keine voneinander getrennten Geschäfte auf Länderebene. Wien fungiert als zentrale Drehscheibe für Preisbildung, Liquidität und Risikomanagement und wird dabei von unserem FX Pricing Engine unterstützt. Die lokalen Banken bleiben für ihre Kundenbeziehungen verantwortlich. Indem wir einen zentralen Basispreis erstellen und diesen gruppenweit verteilen, können wir Risiken zentralisieren und gegeneinander aufrechnen, Zahlungsströme effizienter intern abwickeln und über sämtliche Kundenkanäle hinweg einheitliche Preisstandards bereitstellen.
Ob ein großer Firmenkunde unsere eigene Plattform FX Raiffeisen oder 360T nutzt, ein institutioneller Kunde über FXall oder Bloomberg auf die RBI zugreift oder ein KMU-Kunde die Plattform R-Flex verwendet: Sie alle können von Preisen profitieren, die nach denselben zugrunde liegenden Standards erstellt werden. Unser Pricing Engine bildet somit die Grundlage, die den lokalen Vertrieb im gesamten Netzwerk der RBI mit der zentralen Preisbildung sowie dem Liquiditäts- und Risikomanagement verbindet.
Welche Missverständnisse über Devisengeschäfte und das Management von Währungsrisiken begegnen Ihnen aus Kundensicht besonders häufig?
Martina Zimmerl: Ein weitverbreitetes Missverständnis ist, dass Währungsrisiken nur in Phasen extremer Volatilität relevant sind. Tatsächlich können auch schrittweise Wechselkursbewegungen erhebliche Auswirkungen auf Margen, Cashflows und Wettbewerbsfähigkeit haben.s.
Ein weiteres Missverständnis besteht darin, dass Absicherungen sämtliche Risiken vollständig beseitigen oder einem starren Ansatz folgen müssen. Ein wirksames Risikomanagement sollte vielmehr die Ziele des Kunden, die Planbarkeit seiner Cashflows und seine Risikotoleranz berücksichtigen. Unsere Aufgabe besteht darin, Kunden dabei zu unterstützen, ihre Risiken zu verstehen und bewusst zu steuern, und nicht bloß Transaktionen auszuführen.
Welche Entwicklungen könnten die Nachfrage der Kunden im Devisengeschäft künftig prägen, und wie bereitet sich die RBI in ihrem Firmenkunden-, institutionellen und Privatkundengeschäft darauf vor?
Aleksandra Maksimovic: Künstliche Intelligenz könnte FX-Services intelligenter, stärker personalisiert und einfacher nutzbar machen. In einem möglichen Zukunftsszenario könnte ein Kunde eine bevorstehende Zahlung beschreiben und innerhalb eines einzigen digitalen Prozesses eine erste Analyse seines Währungsrisikos sowie mögliche Absicherungsoptionen erhalten.
Rainer Bunz: Analysen und Automatisierung werden die Ausführung von Kundengeschäften sowie Entscheidungen im Risikomanagement zunehmend unterstützen. Für Banken werden datenbasierte Preisbildung, die Analyse von Zahlungsströmen, die interne Abwicklung von Transaktionen und automatisierte Absicherungen entscheidend sein, um effiziente und verlässliche Liquidität bereitzustellen.
Martina Zimmerl: Kunden erleben FX-Services zunehmend als Teil eines Zahlungs-, Anlage- oder Geschäftsprozesses und nicht als isolierte Transaktion. Die Integration der FX-Kompetenz der RBI in Zahlungs-, Custody- und Kapitalmarktsysteme hat daher strategische Priorität.
Das Ziel der RBI ist klar: Wir wollen vertrauensvolle Beratung, lokale Expertise und gruppenweite Technologie miteinander verbinden, damit Kunden ihre Währungsrisiken sicherer, effizienter und einfacher steuern können.
Foto: Jelena Jovovic, Aleksandra Maksimovic, Mario Schaffer, Martina Zimmerl, Rainer Bunz
Photo Credit: Euromoney Foreign Exchange Awards 2026