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Sechs junge Berufstätige posieren vor einer hellgrauen Marmorwand. Drei stehen in der hinteren Reihe, während drei etwas weiter vorne sitzen oder stehen, wodurch eine ausgewogene Komposition entsteht. Ihre Kleidung in neutralen und pastellfarbenen Tönen bildet einen dezenten Kontrast zum strukturierten Steinhintergrund. Das Bild vermittelt die Atmosphäre eines modernen, zugänglichen Teams in einem Unternehmen oder einem Startup.

Wenn das Durchschnittsalter sinkt: Post-Trade aus der Perspektive junger Talente

Eine neue Generation bringt frische Perspektiven in den Post-Trade-Bereich und verbindet Neugier, Technologie und Kund:innenorientierung mit der bereits in der Branche verankerten Erfahrung. Fünf junge Kolleg:innen aus Group Prime Services erzählen, wie sie ihren Weg in diesen oft unsichtbaren Bereich gefunden haben, was sie überrascht hat und wie sie dessen Zukunft mitgestalten wollen.

  • By Oleksandra Kucher
  • Market Trends

Post-Trade hat einen gewissen Ruf, und das nicht ganz zu Unrecht: Lange Zeit war dies eine Branche älterer, erfahrener Fachleute. Über Jahre hinweg war ich eines der wenigen jungen Gesichter im Raum. Umso mehr freut es mich, dass das Durchschnittsalter in unserem Bereich nun sinkt.

In dieser Zeit war ich intensiv in Netzwerken für Young Professionals aktiv: bei den Young Tables des TNF, im Rahmen des SIBOS STAR Scholarship, bei Podiumsdiskussionen über Generationenwandel und Authentizität am Arbeitsplatz und seit Kurzem auch als Moderatorin einiger dieser Gespräche. Zu beobachten, wie auch unser eigenes Team jünger wird, war eine zu gute Gelegenheit, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen.

Also bat ich fünf Kolleg:innen unter 30, darüber zu sprechen, was sie in den Post-Trade-Bereich geführt hat, was sie am meisten überrascht hat und welche Aufgaben unsere Branche ihrer Ansicht nach noch lösen muss. Einige von ihnen kamen bereits vor einigen Jahren zu uns und andere erst vor wenigen Wochen. Ich wollte herausfinden, wie sich ihre Sichtweise von meiner unterscheidet, und mich auch selbst ein wenig inspirieren lassen.

Mein eigener Weg hierher war nicht wirklich geplant. Ich fand beinahe zufällig zu Prime Services, und zwar über das Markets and Investment Banking Traineeprogramm, das RBI damals Masterstudierenden anbot und das sich inzwischen zum heutigen umfassenden CIB Traineeship weiterentwickelt hat. Ich erinnere mich noch, wie erstaunt ich darüber war, was alles in dieser Branche existierte, von dem ich zuvor nichts gewusst hatte. Mit jeder weiteren Gelegenheit wollte ich etwas bewirken, intern wie extern. Wenn man mich fragt, was die größte Herausforderung unserer Branche ist, würde ich sagen: ihre Überalterung und das damit möglicherweise verbundene traditionelle Denken und die Risikoaversion. Die gute Nachricht ist, dass junge Menschen wirklich dazu beitragen können, dies zu verändern. Denn für diese Generation sind Fehler nichts mehr, was um jeden Preis vermieden werden muss. Sie treiben Fortschritt an.

Eine Gruppe von fünf jungen Berufstätigen steht vor einer hellen Marmorwand. Sie tragen gepflegte Freizeit- und Businesskleidung, darunter Hemden und ein helles Kleid. Die Gruppe lächelt selbstbewusst in die Kamera und vermittelt so eine freundliche und kooperative Teamatmosphäre. Der neutrale Steinhintergrund lenkt den Fokus auf die Personen und ihre Mimik.
Miljana Krstic, Christoph Herden, Iryna Synyutka, Mark Tallai, Ustyna Boiko

Den eigenen Weg finden

Nicht jede:r plant eine Karriere im Post-Trade-Bereich. Die meisten von uns scheinen eher zufällig dorthin zu finden. Christoph, der unsere DACH-Kund:innen betreut, kam während seines Wirtschaftsstudiums an der WU (Wirtschaftsuniversität Wien) erstmals durch eine Teilzeitstelle mit Post-Trade in Berührung. Aus einem zunächst unbekannten Gebiet entwickelte sich bald ein echtes Interesse daran, wie Kapitalmärkte über die Handelsausführung hinaus funktionieren.

„Viele Studierende, die sich für Kapitalmärkte interessieren, denken zunächst an Investment Banking oder Trading. Mir wurde jedoch schnell klar, dass Post-Trade das Rückgrat bildet, das ein verlässliches Funktionieren dieser Aktivitäten überhaupt erst ermöglicht“, sagt Christoph. „Am meisten schätze ich die menschliche Seite des Geschäfts: Kund:innen und Kolleg:innen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Perspektiven in DACH und CEE kennenzulernen und zu verstehen, wie sich ihre Bedürfnisse von Markt zu Markt unterscheiden.“

Ustyna, die erst vor zwei Monaten zu unserem Business-Architecture-Team kam, wählte einen bewussteren Einstieg. Als Studentin der Digital Economy suchte sie gezielt nach einer Position, die ihren akademischen Hintergrund mit praktischer Erfahrung verbindet. Sie wollte verstehen, wie Technologie und Daten in einer großen internationalen Organisation mit Geschäftsprozessen zusammenwirken. „Das Angebot, dem Team beizutreten, fiel mir sofort auf, da die Position Einblicke sowohl in die geschäftliche als auch in die technologische Seite des Bankgeschäfts bietet“, sagt sie. „Die Arbeit in Product and Business Architecture ermöglicht es, einen Prozess aus einer umfassenderen Perspektive zu betrachten und zu verstehen, wie Business-Anforderungen in praktische Lösungen übersetzt werden können. Am wertvollsten war für mich bisher, von erfahrenen Kolleg:innen zu lernen, die ihr Wissen gerne weitergeben, und gleichzeitig Verantwortung für relevante Aufgaben zu erhalten.“

Was am meisten überraschte

Für Iryna, die heute unsere internationalen Kund:innen betreut, war die Dimension des Ganzen die erste Überraschung. „Am meisten überrascht hat mich wahrscheinlich, wie unsichtbar das tatsächliche Ausmaß ist“, erklärt sie. Bei der Wertpapierabwicklung in Europa werden jeden Tag Hunderte Milliarden Euro bewegt, und kaum jemand außerhalb der Branche könnte beschreiben, wie ein Geschäft tatsächlich von der Ausführung auf das Kund:innen-Konto gelangt. Die zweite Überraschung war, wie entscheidend lokale Besonderheiten nach wie vor sind: „Trotz T2S und eines gemeinsamen regulatorischen Rahmens hat jeder Markt seine eigenen Gepflogenheiten, Cut-off-Zeiten, Steuervorschriften und Infrastrukturen. Genau diese Details entscheiden letztlich darüber, ob ein Geschäft abgewickelt wird oder scheitert. Andererseits bietet gerade die Kenntnis dieser Unterschiede die Möglichkeit, für Kund:innen einen Mehrwert zu schaffen.“

Miljana, die nach drei Jahren bei uns die Betreuung internationaler Kund:innen an Iryna übergibt, war erstaunt darüber, wie wenig Post-Trade in Universitätslehrplänen oder alltäglichen Gesprächen vorkommt, obwohl der Bereich bei der Arbeit mit großen institutionellen Kund:innen und Firmenkund:innen von entscheidender Bedeutung ist. „Am erfüllendsten finde ich die enge Zusammenarbeit mit Kund:innen, ihre Bedürfnisse zu verstehen, Probleme zu lösen und dieses aufrichtige Danke zu erhalten, wenn alles reibungslos funktioniert“, sagt sie. Die Zusammenarbeit über Regionen und Kulturen hinweg habe ihr zudem gezeigt, wie sehr Kommunikation und Lösungen an unterschiedliche Erwartungen angepasst werden müssen.

Vier junge Berufstätige stehen nebeneinander vor einer hellgrauen Marmorwand. Sie tragen gepflegte Freizeitkleidung, bestehend aus Blusen, Hemden und Röcken. Ihr selbstbewusstes Lächeln vermittelt den Eindruck eines freundlichen und kooperativen Arbeitsumfelds. Der neutrale Steinhintergrund lenkt den Fokus auf die Personen und ihr professionelles Auftreten.
Miljana Krstic, Christoph Herden, Oleksandra Kucher, Iryna Synyutka - Prime Services Sales Team

Ein Moment, der die berufliche Laufbahn prägte

Für Mark, der seit fünf Jahren bei uns ist und heute zu Market Intelligence and Sales Engineering gehört, sticht eine Erfahrung besonders hervor: seine Teilnahme am AI Pioneer Program der RBI in der ersten Jahreshälfte 2024. Im Rahmen der umfassenderen KI-Transformation der Bank wurden interessierte Kolleg:innen gesucht, die als Botschafter:innen ein Netzwerk von Change Agents aufbauen sollten. Sie sollten sich Wissen über eine Technologie aneignen und weitergeben, die die Branche bereits veränderte. „Die Entscheidung zur Teilnahme brachte mich mit engagierten, gleichgesinnten Menschen aus dem gesamten RBI-Konzern zusammen, die ich sonst nicht kennengelernt hätte, und ebnete den Weg für viele spannende KI- und Data-Science-Möglichkeiten, an denen wir derzeit arbeiten“, sagt Mark. „An solchen Projekten mitzuwirken, ist der Höhepunkt meines Arbeitstages. Wir untersuchen, wie künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und im Rahmen der DSGVO, des EU AI Act und des RBI Code of Conduct eingesetzt werden kann, um die Kund:innenerfahrung zu verbessern.“

Zwei junge Berufstätige posieren in einem modernen Innenraum. Die Frau trägt ein hellblau gestreiftes Hemd, der Mann eine Brille und ein dunkelblau gemustertes Hemd. Beide lächeln selbstbewusst in die Kamera und vermitteln so ein freundliches und offenes Arbeitsklima. Der neutrale graue Hintergrund lenkt den Fokus auf ihre Mimik und ihr professionelles Auftreten.
Ustyna Boiko, Mark Tallai - AI Pioneers

Wohin sich die Branche entwickelt

Mit Blick auf die Zukunft erwartet Miljana, dass sich Post-Trade kontinuierlich in Richtung Echtzeitverarbeitung entwickelt. Tokenisierung, die kürzlich mit DTCC und unter Beteiligung großer Marktteilnehmer wie BlackRock, JPMorgan und der NYSE in den Produktivbetrieb überging, dürfte die Post-Trade-Strategie zunehmend prägen. Zugleich blickt sie differenziert auf die Zielkonflikte: Wie der IMF hervorgehoben hat, könnte eine sofortige Abwicklung jene traditionellen Puffer beseitigen, die Instituten beim Risikomanagement helfen, und das Risiko stattdessen auf die Betreiber der Plattformen verlagern. „Erfolgreich könnten jene Banken sein, die Risiko und Liquidität aktiv in Echtzeit steuern und als vertrauenswürdige Intermediäre zwischen bestehenden batchbasierten Systemen und dem entstehenden, rund um die Uhr verfügbaren tokenisierten Umfeld fungieren“, sagt sie. Für die RBI mit ihrer starken regionalen Präsenz in CEE könnte dieser Wandel ihrer Ansicht nach konkrete Chancen eröffnen.

Christoph sieht die Automatisierung manueller Prozesse als eine der wichtigsten Kräfte, die die Zukunft des Post-Trade-Bereichs prägen werden. „Wir untersuchen bereits, wie KI in unserer täglichen Arbeit eingesetzt werden kann, und ich bin überzeugt, dass ihre Bedeutung weiter zunehmen wird“, sagt er. „Der größte Mehrwert entsteht, wenn sie in den richtigen Prozessen eingesetzt und die Technologie mit dem praktischen Wissen und Urteilsvermögen erfahrener Fachleute verbunden wird.“ Für ihn sollte Automatisierung das professionelle Urteilsvermögen unterstützen und mehr Zeit für analytische und kundenorientierte Arbeit schaffen, anstatt menschliche Expertise ersetzen zu wollen.

Ustyna, die diese Entwicklung aus Sicht der Business Architecture betrachtet, erkennt bereits, wo die größte Veränderung stattfinden wird: bei den Daten. „Post-Trade umfasst große Mengen an Informationen aus unterschiedlichen Quellen. KI kann dabei helfen, Muster und Unstimmigkeiten zu erkennen und Informationen leichter analysierbar zu machen“, sagt sie. Sie versteht dies bewusst als Ergänzung und nicht als Bedrohung. Automatisierung könne repetitive, zeitaufwendige Tätigkeiten übernehmen und Menschen den Freiraum geben, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, bei denen menschliches Urteilsvermögen am wichtigsten ist, „ohne befürchten zu müssen, dass dadurch Menschen überflüssig werden, die das Geschäft hinter der Technologie verstehen.“

Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Fragt man Miljana nach der derzeit größten Herausforderung der Branche, verweist sie auf ein klar europäisches Thema: die Umstellung auf T+1-Settlement bis Oktober 2027. „In der Praxis gibt einem T+1 keinen zusätzlichen Tag, sondern nimmt einem einen Tag weg“, sagt sie. Trade-Allocations, Bestätigungen, FX-Finanzierung und alles andere, wofür bisher zwei Tage zur Verfügung standen, müssen nun innerhalb eines Tages erfolgen. Dies gilt für mehr als zwanzig Märkte mit jeweils eigenen Gepflogenheiten, Währungen und Abwicklungsinfrastrukturen. „Es handelt sich nicht um ein einziges großes Technologieproblem. Es ist eher so, als würden mehr als zwanzig Märkte gleichzeitig versuchen, dieselbe Ziellinie zu überqueren, während jeder sein eigenes Rennen läuft“, erklärt sie. „Ich glaube nicht, dass es eine Lösung gibt, die eine einzelne Bank allein entwickeln kann. Es fühlt sich vielmehr wie eine Aufgabe an, die die gesamte Branche gemeinsam bewältigen muss, und es ist wirklich spannend zu sehen, wie sich dies entwickeln wird.“

Marks Sicht auf künstliche Intelligenz passt gut zu diesem Gedanken gemeinsamer Verantwortung. „Natürlich dürfen wir KI nicht als unseren einzigen Hammer einsetzen und überall nach Nägeln suchen“, warnt er. Manchmal ist klassische Workflow-Automatisierung die bessere Lösung, insbesondere bei einfacheren Aufgaben. Agentic AI kann jedoch auch Möglichkeiten eröffnen, die über unser heutiges Verständnis von Automatisierung hinausgehen und die wir noch nicht vollständig erfasst haben. „Glücklicherweise orientieren wir uns an strengen Compliance- und technischen Rahmenbedingungen. Sie stellen sicher, dass die richtigen Werkzeuge ausgewählt werden und KI verantwortungsvoll sowie im Einklang mit regulatorischen Anforderungen eingesetzt wird“, fügt er hinzu. Richtig eingesetzt, könne KI mehr Zeit für einen sinnvollen, persönlichen Austausch mit Kund:innen schaffen, nicht weniger.

Kompetenzen für die Zukunft

Wenn es darum geht, welche Kompetenzen die nächste Generation von Post-Trade-Fachleuten benötigen wird, nennt Miljana eine Kombination aus fundiertem Prozesswissen und echter Neugier auf Technologie. „Es reicht nicht mehr aus, nur einen Teil des Prozesses zu verstehen. Man muss sehen, wie alles zusammenhängt, vom Geschäft über Settlement bis hin zu Liquidität und Risiko“, sagt sie. Angesichts des raschen Wandels in der Branche ist Anpassungsfähigkeit ebenso wichtig. Hinzu kommen Soft-Skills wie Kommunikation, Detailgenauigkeit und die Fähigkeit, über Teams und Märkte hinweg zusammenzuarbeiten. „Gerade in Europa, wo alles so eng miteinander verbunden ist, ist die Fähigkeit, das Gesamtbild zu verstehen und gleichzeitig in den Details präzise zu bleiben, eine besonders wertvolle Kombination.“

Christoph beschreibt das Verhältnis zwischen jüngeren und erfahrenen Fachleuten als wechselseitigen Austausch und nicht als Übergabe zwischen Generationen. „Jüngere Fachkräfte können neue Perspektiven einbringen, fragen, warum Dinge auf eine bestimmte Weise gemacht werden, und alternative Lösungen erkunden“, sagt er. „Erfahrene Kolleg:innen bringen das Marktwissen, das Kundenverständnis und den praktischen Kontext mit, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob diese Ideen funktionieren. Fortschritt braucht beide Perspektiven. Es ist eine Teamleistung, bei der sich Neugier und Erfahrung ergänzen.“

Unterschätzte Chancen

Iryna hält die kundenorientierte Seite des Post-Trade-Bereichs für das bestgehütete Geheimnis der Branche. „Studierende verbinden Securities-Services mit Operations. Daher kommt ihnen kaum in den Sinn, dass es dort überhaupt eine Sales- und Relationship-Funktion gibt“, sagt sie. Am meisten überraschte sie, wie viel Koordination innerhalb der gesamten Bank zu dieser Rolle gehört: Beiträge aus Operations, Network-Management, Risiko, Compliance, Recht und IT müssen zu einer schlüssigen Antwort auf einen Kund:innenfragebogen, eine Due-Diligence-Anfrage oder einen RFP zusammengeführt werden. „Das mag administrativ klingen, ist aber der schnellste Weg zu verstehen, wie das gesamte Geschäft ineinandergreift“, erklärt sie. Zudem verweist sie auf Network-Management, das die Sub-Custodians und CSDs in den von uns betreuten Märkten auswählt und überwacht, sowie auf Product-Ownership, das zwischen Business und IT angesiedelt ist und Kund:innenbedürfnisse in tatsächlich umgesetzte Lösungen übersetzt. Beides sind Karrierewege, die Studierende selten in Betracht ziehen.

Christoph rät allen, die eine Karriere im Post-Trade-Bereich erwägen, über die sichtbarsten Bereiche der Kapitalmärkte hinauszublicken. „Versucht nicht nur eure eigenen Aufgaben zu verstehen, sondern auch, wie Trading, Settlement, Custody, Asset-Servicing und Client-Service miteinander verbunden sind“, sagt er. „Sucht nach Möglichkeiten, an Gesprächen mit Kund:innen teilzunehmen oder zu den entsprechenden Aufgaben beizutragen. Fragt erfahrene Kolleg:innen, warum etablierte Prozesse so funktionieren, wie sie funktionieren, und meldet euch freiwillig für Automatisierungs- oder Prozessverbesserungsprojekte. Diesen Ansatz versuche ich auch in meiner eigenen Rolle zu verfolgen. So baut man technisches Wissen auf und entwickelt zugleich schrittweise ein umfassenderes Verständnis des Geschäfts.“

Post-Trade sichtbar machen

Bevor Ustyna zu Group Prime Services kam, hatte auch sie kaum Berührungspunkte mit der Post-Trade-Seite des Bankgeschäfts, und genau darin sieht sie das Problem. „Viele Studierende hören von anderen Bereichen der Finanzbranche, aber nur wenige erkennen, wie viele interessante Karrieremöglichkeiten es hinter der eigentlichen Transaktion gibt“, sagt sie. Ihr Vorschlag ist, Post-Trade praxisnäher an Universitäten und in Early-Career-Programme zu bringen: durch Fallstudien, Workshops, Praktika und Studierendenprojekte, die zeigen, wie ein Geschäft tatsächlich seine verschiedenen Phasen durchläuft und wie Technologie, Daten, Operations, Risiko- und Client-Management zusammenwirken. „Das ist wesentlich leichter zu verstehen, als es mit theoretischer Terminologie zu beschreiben“, fügt sie hinzu.

Ebenso wichtig ist es ihrer Ansicht nach, direkt von jungen Fachkräften zu hören. „Als ich als Studentin begann, war es für mich sehr inspirierend, so viele junge Fachkräfte zu sehen, die mit Begeisterung bei der Sache sind. Das hat mir gezeigt, dass es im Post-Trade-Bereich nicht nur darum geht, etablierten Prozessen zu folgen“, sagt sie. „Ich denke, diese Seite des Bankgeschäfts sollten viel mehr junge Menschen kennenlernen können.“

Mein Fazit

Beim Zusammenführen dieser Stimmen fiel mir vor allem auf, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt: unterschiedliche Ausgangspunkte, ähnliche Instinkte. Neugier darauf, wie das gesamte System zusammenwirkt. Stolz darauf, etwas zu lösen, das für fast alle außerhalb der Branche unsichtbar ist. Und das Gefühl, dass diese Generation nicht darauf wartet, die Zukunft übergeben zu bekommen. Sie gestaltet sie bereits mit, eine T+1-Deadline, einen AI-Use-Case und ein Kund:innengespräch nach dem anderen.

Vielen Dank an Christoph, Miljana, Iryna, Mark und Ustyna, dass ihr eure Gedanken so offen mit uns geteilt habt.

Eine Gruppe von sechs jungen Erwachsenen posiert vor einer hellen Marmorwand. Ihre gepflegte Freizeitkleidung lässt auf ein professionelles oder geschäftliches Umfeld schließen. Die Gruppe wirkt entspannt und selbstbewusst, einige lächeln direkt in die Kamera. Die neutralen Töne im Hintergrund bilden einen Kontrast zu den dezenten Farben ihrer Kleidung und erzeugen so einen klaren und modernen Eindruck.

Was uns inspiriert

Alle Mitwirkenden wurden um ein Statement gebeten, das sie inspiriert oder das sie gerne teilen wollten.

„Ich glaube, es gibt kein Richtig oder Falsch und keine feste Vorgabe dafür, was man erreichen muss, selbst in einer vergleichbaren Rolle. Ich habe jede Gelegenheit ergriffen, die sich mir bot, auch wenn ich Angst hatte. Am dankbarsten bin ich dafür, dass ich diese Möglichkeiten hatte.“

„Nicht jeder Schritt im Leben muss geplant sein. Bleib offen für unerwartete Möglichkeiten und vergiss nicht, die kleinen Momente unterwegs wertzuschätzen, denn oft erweisen gerade die sich als besonders wichtig.“

„Jedes Problem kann gelöst werden, auch wenn es zunächst unmöglich erscheint. Entscheidend ist, Herausforderungen mit Ruhe und einem umfassenden Blick zu begegnen. Noch wichtiger ist: Unabhängig davon, wie viele Jahre man bereits in der Branche tätig ist, hört das Lernen nie auf. Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse, denn jede:r Kund:in und jeder Fall ist einzigartig.“

„Während Wachstum geschieht, nimmt man es nur selten wahr. Erst später erkennt man, dass etwas, das früher unmöglich erschien, ganz selbstverständlich geworden ist. Unsere Welt verändert sich schneller denn je. Nimm diesen Wandel an, denn eines Tages wirst du auch über das hinausgewachsen sein, was dir heute Sorgen bereitet.“

„Um den ungarischen Biochemiker Albert Szent-Györgyi zu zitieren: ‚Entdecken heißt, zu sehen, was jeder gesehen hat, und zu denken, was noch niemand gedacht hat‘.“

„Neugier macht jede Erfahrung zu einer Lernmöglichkeit.“