Christof Danz
Corporate Spokesman
Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im ersten Quartal 2026 in ihrem Kernkonzern (ohne Russland) ein Konzernergebnis in Höhe von 209 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 3 Prozent auf 1.076 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss legte deutlich um 11 Prozent auf 520 Millionen Euro zu.
Die wesentlichen Gründe für den Rückgang des Konzernergebnisses im Kernkonzern im Vergleich zur Vorjahresperiode (minus 19,6 Prozent) waren höhere Bankenabgaben sowie gestiegene Risikovorsorgen aufgrund der makroökonomischen Auswirkungen des Irankonflikts.
Die Forderungen an Kunden im Kernkonzern stiegen im Vergleich zum Jahresende 2025 um 3 Prozent auf 105 Milliarden Euro.
„Die RBI ist sehr gut in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Die Ertragsentwicklung ist weiterhin sehr erfreulich“, sagte RBI-Vorstandsvorsitzender Johann Strobl.
Harte Kernkapitalquote von 14,9 Prozent
Die harte Kernkapitalquote der RBI ohne Russland betrug zum Ende des ersten Quartals 2026 14,9 Prozent. Bei der Berechnung dieser Kennzahl geht die RBI von einem Worst-Case-Szenario aus, in dem sie die Raiffeisenbank Russland entkonsolidieren muss und dabei deren gesamtes Eigenkapital verliert.
Vorausschauende Risikopolitik
Die Qualität des Kreditportfolios ist mit einer NPE Ratio von 1,6 Prozent zum Ende des ersten Quartals 2026 nach wie vor ausgezeichnet. Die Risikokosten im Kernkonzern betrugen 103 Millionen Euro und lagen damit um 56 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Grund für diesen Anstieg waren zukunftsgerichtete Vorsorgen aufgrund des veränderten Makrobildes für die Kernregion der RBI.
„Unsere NPE Ratio befindet sich dank einer vorausschauenden Risikopolitik auf einem Allzeittief. Angesichts der ökonomischen Auswirkungen des Irankonflikts setzen wir diese konsequent fort“, erklärte RBI-Risikovorstand Hannes Mösenbacher.
Verbesserung der Marktpositionen durch M&A-Projekte
Die RBI kündigte im ersten Quartal die Übernahme der Garanti BBVA Group Romania sowie im April ein öffentliches Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien der Addiko Bank an.
„Die Akquisitionen ermöglichen es uns, zu einem attraktiven Preis unsere Marktpositionen in Rumänien und Kroatien zu verbessern sowie wieder in den slowenischen Markt einzusteigen“, kommentierte RBI-Finanzvorständin Kamila Makhmudova.
Weiterer Geschäftsabbau in Russland
Das Kreditvolumen der Raiffeisenbank Russland sank seit Kriegsbeginn um 78 Prozent. Auch die Kundeneinlagen gingen aufgrund entschiedener Maßnahmen - so erhalten Kunden beispielsweise keine Zinsen mehr auf ihre Einlagen - erheblich zurück (minus 41 Prozent seit Februar 2022). Alle Vorgaben zur Geschäftsreduktion wurden 2025 erfüllt und die Restriktionen bleiben 2026 in Kraft.
Irankonflikt trübt den Makroausblick
Aufgrund des Konflikts im Nahen Osten erwarten die Experten von Raiffeisen Research, dass das Ölangebot noch einige Zeit eingeschränkt bleibt. Hohe Inflation, höhere Zinssätze und Unsicherheit stellen Risiken für Konsum und Investitionen in Europa dar. Raiffeisen Research erwartet eine deutliche Verlangsamung des BIP-Wachstums in Europa, jedoch keine Rezession im Jahr 2026. Im Jahr 2027 wird eine Wiederaufnahme des konjunkturellen Aufschwungs erwartet. Die Inflation wird 2026 von höheren Energiepreisen geprägt sein, wohl gefolgt von einer Entspannung im Jahr 2027. Raiffeisen Research erwartet für dieses Jahr zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte durch die EZB, wobei die erste Erhöhung in der Sitzung im Juni erfolgen sollte. In Zentral- und Südosteuropa erwarten die Research-Experten, dass die meisten Zentralbanken eine abwartende Haltung einnehmen und ihre Bereitschaft zum Handeln betonen werden.
Ausblick 2026
Der Ausblick bezieht sich auf die RBI ohne Russland. Aufgrund der angekündigten M&A-Projekte wurde lediglich die harte Kernkapitalquote leicht angepasst.
*Unter Annahme einer Entkonsolidierung der russischen Einheit zum Kurs/Buchwertverhältnis von null.
Mittelfristig strebt die RBI einen Konzern-Return-on-Equity von mindestens 13 Prozent ohne Russland und ohne Aufwendungen und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten in Polen an.
Hier finden Sie Tabellen zum Ergebnis:
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