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RBI erzielt im ersten Quartal 2026 im Kernkonzern (ohne Russland) ein Konzernergebnis von 209 Millionen Euro

  • Betriebsergebnis im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 12 Prozent gestiegen (ohne Russland), Kernerträge wuchsen um 5 Prozent auf 1.596 Millionen Euro
  • Kreditwachstum ohne Russland von 3 Prozent seit Jahresbeginn
  • Harte Kernkapitalquote ohne Russland bei 14,9 Prozent
  • By Communications

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im ersten Quartal 2026 in ihrem Kernkonzern (ohne Russland) ein Konzernergebnis in Höhe von 209 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 3 Prozent auf 1.076 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss legte deutlich um 11 Prozent auf 520 Millionen Euro zu. 

Die wesentlichen Gründe für den Rückgang des Konzernergebnisses im Kernkonzern im Vergleich zur Vorjahresperiode (minus 19,6 Prozent) waren höhere Bankenabgaben sowie gestiegene Risikovorsorgen aufgrund der makroökonomischen Auswirkungen des Irankonflikts.

Die Forderungen an Kunden im Kernkonzern stiegen im Vergleich zum Jahresende 2025 um 3 Prozent auf 105 Milliarden Euro.

„Die RBI ist sehr gut in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Die Ertragsentwicklung ist weiterhin sehr erfreulich“, sagte RBI-Vorstandsvorsitzender Johann Strobl.

Harte Kernkapitalquote von 14,9 Prozent

Die harte Kernkapitalquote der RBI ohne Russland betrug zum Ende des ersten Quartals 2026 14,9 Prozent. Bei der Berechnung dieser Kennzahl geht die RBI von einem Worst-Case-Szenario aus, in dem sie die Raiffeisenbank Russland entkonsolidieren muss und dabei deren gesamtes Eigenkapital verliert.

Vorausschauende Risikopolitik
 

Die Qualität des Kreditportfolios ist mit einer NPE Ratio von 1,6 Prozent zum Ende des ersten Quartals 2026 nach wie vor ausgezeichnet. Die Risikokosten im Kernkonzern betrugen 103 Millionen Euro und lagen damit um 56 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Grund für diesen Anstieg waren zukunftsgerichtete Vorsorgen aufgrund des veränderten Makrobildes für die Kernregion der RBI.

„Unsere NPE Ratio befindet sich dank einer vorausschauenden Risikopolitik auf einem Allzeittief. Angesichts der ökonomischen Auswirkungen des Irankonflikts setzen wir diese konsequent fort“, erklärte RBI-Risikovorstand Hannes Mösenbacher.

Verbesserung der Marktpositionen durch M&A-Projekte

Die RBI kündigte im ersten Quartal die Übernahme der Garanti BBVA Group Romania sowie im April ein öffentliches Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien der Addiko Bank an.

„Die Akquisitionen ermöglichen es uns, zu einem attraktiven Preis unsere Marktpositionen in Rumänien und Kroatien zu verbessern sowie wieder in den slowenischen Markt einzusteigen“, kommentierte RBI-Finanzvorständin Kamila Makhmudova.

Weiterer Geschäftsabbau in Russland

Das Kreditvolumen der Raiffeisenbank Russland sank seit Kriegsbeginn um 78 Prozent. Auch die Kundeneinlagen gingen aufgrund entschiedener Maßnahmen - so erhalten Kunden beispielsweise keine Zinsen mehr auf ihre Einlagen - erheblich zurück (minus 41 Prozent seit Februar 2022). Alle Vorgaben zur Geschäftsreduktion wurden 2025 erfüllt und die Restriktionen bleiben 2026 in Kraft.

Irankonflikt trübt den Makroausblick

Aufgrund des Konflikts im Nahen Osten erwarten die Experten von Raiffeisen Research, dass das Ölangebot noch einige Zeit eingeschränkt bleibt. Hohe Inflation, höhere Zinssätze und Unsicherheit stellen Risiken für Konsum und Investitionen in Europa dar. Raiffeisen Research erwartet eine deutliche Verlangsamung des BIP-Wachstums in Europa, jedoch keine Rezession im Jahr 2026. Im Jahr 2027 wird eine Wiederaufnahme des konjunkturellen Aufschwungs erwartet. Die Inflation wird 2026 von höheren Energiepreisen geprägt sein, wohl gefolgt von einer Entspannung im Jahr 2027. Raiffeisen Research erwartet für dieses Jahr zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte durch die EZB, wobei die erste Erhöhung in der Sitzung im Juni erfolgen sollte. In Zentral- und Südosteuropa erwarten die Research-Experten, dass die meisten Zentralbanken eine abwartende Haltung einnehmen und ihre Bereitschaft zum Handeln betonen werden.

Ausblick 2026

Der Ausblick bezieht sich auf die RBI ohne Russland. Aufgrund der angekündigten M&A-Projekte wurde lediglich die harte Kernkapitalquote leicht angepasst.

  • Der Zinsüberschuss dürfte im Jahr 2026 bei rund 4,4 Milliarden Euro und der Provisionsüberschuss bei rund 2,1 Milliarden Euro liegen.
  • Die RBI geht davon aus, dass die Forderungen an Kunden um rund 7 Prozent wachsen (ohne Berücksichtigung von Akquisitionen).
  • Die RBI erwartet Verwaltungsaufwendungen in Höhe von rund 3,6 Milliarden Euro, was zu einer Cost/Income Ratio von rund 52,5 Prozent führen dürfte.
  • Die Neubildungsquote dürfte rund 35 Basispunkte betragen.
  • Der Konzern-Return-on-Equity dürfte 2026 bei rund 10,5 Prozent liegen.
  • Zum Jahresende 2026 erwartet die RBI eine harte Kernkapitalquote von rund 14,3 Prozent* (unter Berücksichtigung der geplanten Akquisitionsprojekte).

*Unter Annahme einer Entkonsolidierung der russischen Einheit zum Kurs/Buchwertverhältnis von null.

Mittelfristig strebt die RBI einen Konzern-Return-on-Equity von mindestens 13 Prozent ohne Russland und ohne Aufwendungen und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten in Polen an.


Hier finden Sie Tabellen zum Ergebnis: