Christof Danz
Corporate Spokesman
Konzernergebnis (ohne Russland) über 1,4 Milliarden Euro
Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im Jahr 2025 in ihrem Kernkonzern, das heißt, ohne das Geschäft in Russland, ein um 48 Prozent gestiegenes Konzernergebnis von 1,443 Milliarden Euroerzielt. Der Zinsüberschuss stieg um 1 Prozent auf 4.184 Millionen Euro, der Provisionsüberschussverzeichnete – basierend auf Zuwächsen in den meisten Märkten der RBI, insbesondere in Rumänien,Ungarn und Tschechien – ein Plus von 9 Prozent auf 2.002 Millionen Euro. Das Kreditwachstum betrug im Jahresvergleich 6 Prozent und beschleunigte sich insbesondere im vierten Quartal 2025 in allen Ländern des Konzerns, vor allem in der Konzernzentrale.
„Das sehr gute Geschäftsergebnis 2025 zeigt ein weiteres Mal die Ertragsstärke der RBI. Wir haben in allen unseren Kernmärkten ausgezeichnete Ergebnisse erzielt“, sagte RBI Vorstandsvorsitzender Johann Strobl.
Harte Kernkapitalquote von 15,5 Prozent
Die harte Kernkapitalquote der RBI ohne Russland lag zum Jahresende 2025 bei 15,5 Prozent. Bei der Berechnung dieser Kennzahl geht die RBI von einem Worst-Case-Szenario aus, in dem sie die Raiffeisenbank Russland entkonsolidieren muss und dabei deren gesamtes Eigenkapital verliert. Die CET1 Ratio von 15,5 Prozent repräsentiert eine deutliche Stärkung der Kapitalposition der RBI, die vor Ausbruch des Krieges inklusive des russischen Eigenkapitals bei 13,1 Prozent gelegen hatte.
Dividendenvorschlag von 1,60 Euro pro Aktie
Wenn die Hauptversammlung diesem Vorschlag zustimmt, wäre das eine Steigerung um 45 Prozentgegenüber dem Vorjahr.
Risikokosten deutlich gesunken
Die Qualität des Kreditportfolios ist mit einer NPE Ratio von 1,7 Prozent zum Jahresende 2025 nach wie vor ausgezeichnet. Mit 192 Millionen Euro lagen die Risikokosten für den Kernkonzern um rund 100 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr.
Weiterer Geschäftsabbau in Russland
Das Kreditvolumen der Raiffeisenbank Russland sank seit Kriegsbeginn um 60 Prozent. Auch die Kundeneinlagen gingen aufgrund entschiedener Maßnahmen - so erhalten Kunden beispielsweisekeine Zinsen mehr auf ihre Einlagen - erheblich zurück (minus 40 Prozent seit Februar 2022). Alle Vorgaben zur Geschäftsreduktion wurden 2025 erfüllt und die Restriktionen bleiben 2026 in Kraft.
Im vierten Quartal wurde das Russland-Geschäft zusätzlich durch Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten mit Rasperia belastet. Diese werden zu den Schadenersatzforderungen der RBI in Österreich hinzukommen, wodurch sich der Gesamtwert der Forderungen der RBI auf 2,4 Milliarden Euro erhöht.
2026: Wachstum aufgrund von Konsum und Investitionen
Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Unsicherheiten, nicht zuletzt wegen der angehobenen US-Zölle. Infolgedessen spürten exportorientierte Länder in Westeuropa wie Deutschland und Österreich weiterhin Gegenwind. Die meisten Volkswirtschaften Zentral- und Südosteuropas verzeichneten eine vergleichsweise schwache Aktivität im Industriesektor, während die Dynamik im Dienstleistungssektor solide war. Raiffeisen Research geht davon aus, dass der Konsum und in zunehmendem Maße auch die Investitionen das BIP-Wachstum im Jahr 2026 ankurbeln werden. Die Verbrauchernachfrage sollte von robusten Arbeitsmärkten profitieren, während für Investitionen einSchub durch EU-Mittel, Verteidigungsausgaben sowie die deutschen Infrastrukturausgaben zuerwarten ist. Für die meisten zentral- und südosteuropäischen Märkte wird bedingt durch Dienstleistungs- und Lebensmittelpreise weiterhin eine hohe Inflation erwartet. Nach Ansicht von Raiffeisen Research wird die EZB die Leitzinsen unverändert lassen. In den zentral- und südosteuropäischen Ländern, die mit Zinssätzen deutlich über dem Euro-Niveau konfrontiert sind, werden für 2026 Zinssenkungen erwartet.
Ausblick
Jegliche Entscheidung über eine Dividendenausschüttung wird von der Kapitalposition des Konzerns ohne Russland abhängen.
*Unter Annahme einer Entkonsolidierung der russischen Einheit zum Kurs/Buchwertverhältnis von null.
Corporate Spokesman