NEQSOL Holding und die Raiffeisen Bank International haben eine Absichtserklärung unterzeichnet
Auf der Ukraine Recovery Conference 2026 in Danzig unterzeichneten NEQSOL Holding und die Raiffeisen Bank International (RBI) eine Absichtserklärung zur Intensivierung ihrer Partnerschaft. In diesem Interview spricht Rishad Aliyev, Leiter Investor Relations bei NEQSOL Holding, über Investitionen in der Ukraine während des Kriegs sowie danach.
Was bedeutet die Unterzeichnung dieser Absichtserklärung für NEQSOL Holding?
Sie läutet ein neues Kapitel in unserer langfristigen strategischen Partnerschaft mit der RBI ein und erlaubt uns, bei zahlreichen Großprojekten in der Ukraine und in verschiedenen Regionen zusammenzuarbeiten.
Inwiefern unterstützt die Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstituten und Bankpartnern wie der RBI das langfristige Engagement von NEQSOL Holding in der Ukraine?
Als strategischer Investor in der Ukraine hat die NEQSOL Holding im Laufe der Jahre trotz der immensen Herausforderungen, die der Krieg mit sich brachte, konsequent in die Telekommunikation, den Rohstoffabbau und andere Sektoren investiert. Die Unterstützung durch internationale Finanzinstitute ermöglicht es unseren Unternehmen, den Betrieb nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auch unsere Dienstleistungen und Produkte auszuweiten und zu verbessern. Dies spielt eine entscheidende Rolle bei der Stützung der Wirtschaft des Landes.
Vodafone Ukraine wurde 2019 von NEQSOL Holding akquiriert und ist heute ein wichtiger Akteur in der digitalen Infrastruktur des Landes. Welche Rolle spielen digitale Technologien für die Widerstandsfähigkeit und den Wiederaufbau der Ukraine?
Die Ukraine hat der Welt gezeigt, wie widerstandsfähig eine Wirtschaft sein kann, wenn Menschen und Technologie Hand in Hand arbeiten. Digitale Technologien und Telekommunikation sind die Hauptantriebskräfte der modernen Welt und bilden das Rückgrat für Sektoren wie verarbeitendes Gewerbe, Landwirtschaft, Logistik und Gesundheitswesen. Insbesondere die Telekommunikation ist entscheidend dafür, dass die Menschen in diesen schwierigen Zeiten miteinander in Verbindung bleiben. Genau aus diesem Grund investieren wir weiterhin Hunderte Millionen Dollar in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes in der Ukraine.
Wie schätzen Sie das Wiederaufbau- und Investitionspotenzial der Ukraine in den kommenden Jahren ein?
Die Ukraine verfügt über ein immenses Potenzial und bietet umfangreiche Investitionsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen, darunter Wiederaufbau, Dienstleistungen und kritische Rohstoffe. Allerdings erschweren bestimmte strukturelle Hindernisse – wie Strompreise, Exportkontrollen und Devisenvorschriften – die Investitionen. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird entscheidend sein, wenn das Land in den kommenden Jahren ausländische Investitionen in Milliardenhöhe anziehen will.
Welche Sektoren oder Initiativen werden Ihrer Meinung nach die wichtigste Rolle beim Wiederaufbau der Ukraine spielen?
Der Wiederaufbau kann sich nicht auf nur ein, zwei Sektoren beschränken; er ist eine Kombination zusammenhängende Prozesse, die alle Bereiche der sozioökonomischen Entwicklung umfassen. Anstatt sich ausschließlich auf bestimmte Branchen zu konzentrieren, muss das Land Investitionsmöglichkeiten in allen Sektoren und Größenordnungen fördern – von großen Infrastrukturprojekten im Wert von mehreren Millionen Dollar bis hin zu kleinen und mittleren Unternehmen.
Welche Tipps haben Sie für internationale Investoren und Unternehmen, die in Betracht ziehen, sich am Wiederaufbau in der Ukraine zu beteiligen?
Als Vertreter einer Holdinggesellschaft, die während des Kriegs in der Ukraine investiert, lautet mein Rat an potenzielle Investoren: Warten Sie nicht ab. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um konkrete Chancen zu identifizieren und die Grundlagen für zukünftige Investitionen zu schaffen. Dazu gehört die Festlegung einer klaren Strategie, gepaart mit einem soliden Umsetzungsplan.